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  <title>istanbul de</title>
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  <language>en</language>
  <pubDate>Fri, 09 May 2008 15:08:00 +01:00</pubDate>
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    <title>Cafebabel - Ort der Freiheit für die Eurogeneration</title>
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    <pubDate>Fri, 09 May 2008 16:59:00 +02:00</pubDate>
    <dc:creator>Dorte</dc:creator>
            
    <description>    &lt;p&gt;Özcan Tikit, Cafebabel Istanbul&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Das World Wide Web, Internet und Web 2.0 gehören zu den entscheidenden Bauelementen des Digitalen Zeitalters. Das Internet entwickelt sich und unser Leben sowie unser Denken so schnell, dass wir manchmal gar nicht in der Lage sind, Neuerungen zu verfolgen. Obwohl ich mich bemühe, auf dem neuesten Stand zu bleiben, habe ich oft das Gefühl, dass ich bei diesen Versuchen immer wieder scheitere. Web 2.0 war für mich ein technologischer Begriff. Als ich mich in der vergangenen Woche mit einer Freundin über Soziale-Netzwerk-Seiten und Web 2.0 unterhielt, stellte ich jedoch etwas sehr interessantes fest. Ich sollte vorher vielleicht erwähnen, dass diese Freundin Soziale-Netzwerk-Seiten wie Facebook oder Bebo hasst – und ganz sicher hat er dafür seine guten Gründe. Doch darum soll es hier nicht gehen. Vielmehr geht es mir um die Frage, ob Web 2.0-Websites wie cafebabel.com zur neuen Freiheitssphäre des Dıgitalen Zeitalters werden. Ich bin ein bisschen erschrocken über die würtend erregte Reaktion meiner Freundin und war kurz davor, mich bei ihr zu entschuldigen, bis sie erklärte, sie sei bereit meine Ideen anzuhören, um herauszufinden, wie hochgradig verrückt ich tatsächlich war ...!&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;img src=&quot;http://istanbul.cafebabel.com/public/istanbul/cafebabel.jpg&quot; alt=&quot;web 2.0&quot; style=&quot;display:block; margin:0 auto;&quot; /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Ich machte das Spiel mit und fing an meine Gedanken zu erläutern. Es ist nicht allzu schwer nachzuvollziehen und nicht ganz so verrückt wie es womöglich zunächst klingt. Im Web 2.0 können Menschen ihre Meinungen äußern, wann immer ihnen danach ist – so wie ich es gerade hier tue – und darüber diskutieren. Diejenigen, die sich in ihren undemokratischen Heimatländern für Demokratie einsetzen – in Iran, Syrien und Myanmar –, sind plötzlich in der Lage, über ihre Blogs und Web 2.0-Sites ihre Mitstreiter über erfahrenes Unrecht und Mısshandlungen zu informieren. Ein einziges Foto oder ein Bericht auf einer Web 2.0-Site kann Millionen von Menschen beeinflussen und zu Straßenproteste bewegen oder dazu führen, dass Regierungen gekippt oder gefeiert werden. Die Misshandlungen, denen die buddhistischen Mönche in Myanmar ausgesetzt sind und die Reaktionen – Verurteilungen von ausländischen Regierungen – belegen die unmittelbare Bedeutung von Web 2.0-Sites für die Freiheit und Demokratie.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Ich kenne etliche iranische Blogger, die uns über ungerechte Exekutionen informieren, sie benutzen Pseudonyme auf Web 2.0-Sites, was gleichzeitig der Grund ist, weshalb Web 2.0-Sites in diesen undemokratischen Ländern gesperrt werden. Das Internet schenkt uns eine Welt ohne Grenzen. Aufgrund dieser Web 2.0-Site sind wir in der Lage, neue Freunde zu treffen, die Tausende von Kilometern entfernt leben. Es kommt auf die Nutzer an. Aus den neuen Beziehungen können Ehen oder politische Protest-Kampagnen entstehen. Ich habe bereits von Hunderten von gesellschaftlichen und politischen Kampagnen gehört, die im Internet ihren Anfang nahmen und sich zu Straßenprotesten ausformten. Und ich bin überzeugt, dass etliche Menschen dank der Web 2.0-Sites im Internet den Prinzen oder die Prinzessin ihrer Träume finden. Offenbar sind wir die Zeitzeugen einer bedeutenden historischen Ära – auch wenn wir uns dessen manchmal nicht ganz bewusst sind.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Meine Freundin Yasemin hat mir irgendwann zugestimmt. Und der Rest der Welt? Stimmt Ihr mir zu? Seht Ihr das anders? Was denkt Ihr über das Web 2.0? Sind Web 2.0-Sites wie Cafebabel ein Ort der Freiheit für die Eurogeneration? Wenn ja, sollte dies der Slogan für die internationale Cafebabel-Community sein, finde ich.&lt;/p&gt;</description>
    
    
    
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    <title>Heiß, humorvoll - und jetzt geschlossen. Das Ende einer türkischen Erotik-Zeitung</title>
    <link>http://istanbul.cafebabel.com/de/post/2008/05/04/Die-erotische-Stimme-der-Turkei-verstummt</link>
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    <pubDate>Sun, 04 May 2008 12:01:00 +02:00</pubDate>
    <dc:creator>Dorte</dc:creator>
            
    <description>    &lt;p&gt;Cafebabel, Istanbul&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Die einzige Erotik-Zeitung der Türkei, BULVAR, wurde eingestellt. Grund waren&lt;img src=&quot;http://istanbul.cafebabel.com/public/istanbul/016.jpg&quot; alt=&quot;bulvar&quot; style=&quot;float:right; margin: 0 0 1em 1em;&quot; /&gt; Entschädigungsklagen. BULVAR, auf seine Art einzigartig in der türkischen Mediengruppenlandschaft, war eine 'Barackenzeitung', ein Heft für Soldaten, bekannt für einen heißen und humorvollen Stil. Die tägliche Auflage lag bei rund 40.000. Zehn Mitarbeiter bastelten die gesamte Zeitung zusammen und medyatava.com zufolge war es die einzige Zeitung, die - aufgrund von Anzeigen aus der Erotik-Branche - ihre eigenen Unkosten decken konnte.&lt;/p&gt;</description>
    
    
    
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    <title>Beine, Köpfe &amp; der 1. Mai auf dem Istanbuler Taksim-Platz</title>
    <link>http://istanbul.cafebabel.com/de/post/2008/05/01/Beine-Kopfe-und-der-1-Mai-auf-dem-Istanbuler-Taksim-Platz</link>
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    <pubDate>Thu, 01 May 2008 11:57:00 +02:00</pubDate>
    <dc:creator>Dorte</dc:creator>
            
    <description>    &lt;p&gt;&lt;img src=&quot;http://istanbul.cafebabel.com/public/istanbul/1_MAI-S.jpg&quot; alt=&quot;1 MAI&quot; style=&quot;display:block; margin:0 auto;&quot; /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Özcan TIKIT&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Bei den 1.Mai-Demonstrationen im Jahre 1977 wurden in Istanbul 35 Menschen getötet und 127 Demonstranten verletzt. Heute sind auf dem Istanbuler Taksim-Platz erneut Horror-Szenarien zu erwarten. Wir sollten an diesem Tag die Augen auf Istanbul richten. Während die Gewerkschaften und zahlreiche NGOs darauf bestehen, den 1. Mai als Tag der Arbeit in Taksim zu feiern, warnte der Istanbuler Gouverneur Muammer Güler die Gewerkschaftsführer davor, am 1. Mai zum Taksim-Platz zu marschieren. Sollten die Gewerkschaften und ihre Anhänger sich auf dem Taksim-Platz versammeln, würden 16.000 Polizisten eingreifen und sie aufhalten, erklärte Güler.
&lt;img src=&quot;http://istanbul.cafebabel.com/public/istanbul/./.1_MAI-1_s.jpg&quot; alt=&quot;1 MAI 1&quot; style=&quot;float:left; margin: 0 1em 1em 0;&quot; /&gt;Das Vorhaben der Gewerkschaften, am 1. Mai, dem Tag der Arbeit und der Solidarität, in Taksim zu demonstrieren, sei eine illegale Veranstaltung, sagte Güler, der auf Geheimdienstberichte verweist, aus denen hervorgehe, dass terroristische Gruppierungen für den 1. Mai Angriffe auf Polizisten mit Schusswaffen planten. Die Polizei werde es nicht zulassen, so Güler weiter, dass Terroristen von einer solchen Gewalt Gebrauch machten.
Irgendwer sollte Güler erklären, dass er, wenn er derartige Warnungen erhält, gegen terroristische Aktivitäten vorgehen soll – aber es kann keine Lösung sein, Gewerkschaften und Studierenden zu drohen, wenn es darum geht, Terrorismus zu bekämpfen.
Es ist nicht die erste Warnung, die Güler ausspricht. Auch im letzten Jahr gewährte er den Gewerkschaften nicht das Recht auf dem Taksim-Platz zu demonstrieren. Das Ergebnis seiner Anordnung war, dass im vergangenen Jahr Tausende von Einsatzkräften Arbeiter und Studierende angriffen, etliche Aktivisten wurden verletzt. Taksim wurde zu einer Chaos-Szenerie.
Kurz vor Gülers Warnung an die Gewerkschaften, erklärte Premier Recep Erdoğan, der Tag, an dem die Beine zum Kopf würden, sei der Tag des jüngsten Gerichts. Etliche Politiker und Gewerkschafter kritisierten Erdoğan für diese missglückte Aussage. Es scheint notwendig, Erdoğan daran zu erinnern, dass er ehemals ein Bein des Systems war – heute ist er der Kopf.
Die Demokratie ist ein Regime, wo die Beine zum Kopf werden können. Erdoğan sollte deshalb noch einmal in sich gehen und sich bei den „Beinen“, den wahren Gründern und Säulen der demokratischen Republik Türkei, entschuldigen. Die AKP-Regierung und Erdoğan selbst sollten sich nicht nur dann an die Demokratie und Menschenrechte erinnern, wenn es darum geht, ihre eigene Partei vor einer Sperrung zu bewahren, denn die Demokratie sollte jeden einzelnen Tag in der Türkei Priorität genießen.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Aus dem Englischen von Dorte HUNEKE&lt;/p&gt;</description>
    
    
    
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    <title>Fremd in der Heimat</title>
    <link>http://istanbul.cafebabel.com/de/post/2008/04/26/Fremd-in-der-Heimat</link>
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    <pubDate>Sat, 26 Apr 2008 18:26:00 +02:00</pubDate>
    <dc:creator>Dorte</dc:creator>
            
    <description>    &lt;p&gt;Von MÜJGAN, Istanbul&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Ich war kaum 14, als meine gesamte Familie zurück in die Heimat zog, ins Heimatland Türkei. Zurück? Für mich war es kein &quot;Zurück&quot;. Mein Zurück konnte nur Deutschland sein. Doch jetzt war ich in einem fremden Land, das ich einzig von ein paar Urlaubsreisen kannte. Ein Land, dessen Sprache ich kaum sprach und wo das alltägliche Leben für mich ungewohnt verlief.&lt;/p&gt;


&lt;pre&gt;&lt;img src=&quot;http://farm4.static.flickr.com/3095/2445696458_56492d1f27_m.jpg&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;/pre&gt;


&lt;p&gt;Mit gerade einmal 14 Jahren hatte ich jedoch nicht das Recht, für mich selbst zu entscheiden. So kam ich nun also in ein Land, in dem man mich als &quot;Almancı&quot; bestaunte, und zwar bereits am Tag unseres Umzugs in die kleine Stadt unweit von Istanbul.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;In Deutschland eine Türkin – hier wurde ich zur Almancı. Wenigstens konnte man mir dies hier nicht gleich ansehen, im Gegensatz zu meiner ethnischen Andersartigkeit in Deutschland.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Ja, bestaunt wurde man und wohl zu Recht fühlte ich mich manchmal, wenn wieder einmal jemand mein gebrochenes, neu erlerntes Türkisch hören wollte, wie ein Zirkusaffe, der seine Kunststücke vorführen musste. Und man kringelte sich, wenn ich Fehler machte oder das meiste der Unterhaltungen nicht verstehen konnte.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Auch deshalb wurde ich in der Schule zwei Jahre zurückversetzt. Als ob das Nichtbeherrschen der Sprache auch das Wissen beschränkte!&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Ich kann mich nur zu gut an meinem ersten Tag in der türkischen Schule erinnern. Die erste Unterrichtsstunde: Sozialwissen. Die Schüler sind in der Prüfung. Ich werde in eine Bankreihe gewiesen, muss aber nicht an der Prüfung teilnehmen. Still, etwas ängstlich wegen der Fremde, sitze ich da. Kaum schaue ich zu meiner Tischnachbarin, faucht mich die Lehrerin an. Ich verstehe nicht alles, was sie sagt, auch nicht, warum sie so böse mit mir ist, doch soweit ich etwas verstehen kann, geht es darum, dass sie denkt, ich hätte meiner Tischnachbarin einen Spickzettel zugesteckt. Ich kann kaum die Sprache sprechen, aber schon stecke ich in einer Verschwörung. Ich versuche, mit meinen Türkischbrocken zu erklären, dass ich noch nicht mal weiß, was überhaupt der Unterrichtsstoff ist und ich keinen Spickzettel schreiben kann. Doch die Lehrerin hört gar nicht zu und pfeffert mir eine runter. Mit roter Wange setze ich mich wieder hin.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Auch eine Gewohnheit, an die ich mich nicht so schnell gewöhnen konnte: dass man beim Sprechen im Unterricht aufstehen muss. Übersah der Lehrer denn ansonsten den Sprecher? Oder war das Sprechen beim Stehen gesünder? Solche Fragen durfte man nicht stellen...
Auch dass man schnell eine Backpfeife bekommen konnte, war neu.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Ganze 25 Jahre sind vergangen. Ein Vierteljahrhundert. Trotzdem fühle ich mich in vieler Hinsicht noch deutsch. Viele wundern sich, dass sie keinen deutschen Akzent aus meinem Türkisch heraushören können – ich habe mir damals wahnsinnige Mühe gegeben, nach all den Hänseleien, die Sprache schnell und gut zu beherrschen. Wenn ich sage, dass ich zu 40 % Deutsche bin, befragt man mich gleich nach meinen Eltern. In letzter Zeit habe ich es auch aufgegeben zu erklären, warum ich 40 % Deutsche bin, obwohl meine Eltern beiderseits türkischer Herkunft sind. Jetzt sage ich direkt, mein Großvater sei Deutscher. Das kann ganz schön praktisch sein.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Vollständig gehöre ich zu keinem der zwei Länder – das steht fest. Ich stehe eher als Hybrid zwischen beiden. Auch wenn ich zu 60 % türkisch bin, fühle ich mich fremd hier. Was auch gut ist, denn es gibt mir die Möglichkeit, eine Art Distanz zu halten, dieses Land mit einer gewissen Entfremdung zu sehen. Eine Entfremdung, die mir auch beim Schreiben hilft. Wie könnte ich sonst diesen Text verfassen?&lt;/p&gt;</description>
    
    
    
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    <title>Rehn: EU-Beitritt der Türkei in 10-15 Jahren, falls...</title>
    <link>http://istanbul.cafebabel.com/de/post/2008/04/25/Rehn%3A-EU-Beitritt-der-Turkei-in-10-15-Jahren</link>
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    <pubDate>Fri, 25 Apr 2008 11:01:00 +02:00</pubDate>
    <dc:creator>Dorte</dc:creator>
            
    <description>    &lt;p&gt;&lt;img src=&quot;http://istanbul.cafebabel.com/public/istanbul/OlliRehn.jpg&quot; alt=&quot;olli rehn&quot; style=&quot;display:block; margin:0 auto;&quot; /&gt;EU-Erweiterungskommissar Olli Rehn sagte der deutschen Tageszeitung &quot;Die Welt&quot;: Ich erwarte, dass die Türkei in zehn bis 15 Jahren EU-Mitglied werden kann, falls sie ihren Reformkurs konsequent weiterverfolgt.&quot; Rehn erklärte gegenüber der &quot;Welt&quot; zudem, die EU beabsichtige, in den Beitrittsverhandlungen mit der Türkei im Juni zwei weitere Kapitel zu eröffnen. Die Türkei gehe derzeit durch eine Phase, die seit Beginn der Beitrittsverhandlungen 2005 nicht kritischer war. &quot;Es ist wichtig, so Rehn, &quot;dass sich die EU gerade auch in kritischen Zeiten zur Beitrittsperspektive der Türkei bekennt. Das setzt allerdings voraus, dass die Türkei ihren Reformkurs glaubhaft weiterverfolgt.&quot; Ein Verbot der regierenden Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP) werde dem Reformprozess schaden, erklärte Rehn. &quot;Jedes europäische Land, das Werte wie Demokratie und Rechtsstaatlichkeit respektiert, kann sich laut neuem EU-Vertrag bewerben. Das bedeutet aber nicht, dass wir jedes Land akzeptieren müssen. Andererseits wäre es falsch, die Tür für immer zuzuschlagen, indem wir einen Strich auf der Landkarte ziehen oder einen neuen Vorhang errichten. Wir dürfen die Grenzen Europas nicht für die Ewigkeit festlegen. Damit würde die EU strategische Optionen verspielen.&quot;&lt;/p&gt;</description>
    
    
    
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    <title>Blog uns was</title>
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    <pubDate>Tue, 15 Apr 2008 11:43:00 +02:00</pubDate>
    <dc:creator>Dorte</dc:creator>
            
    <description>    &lt;p&gt;istanbul.Cafebabel.com/de sucht Leute, die etwas zum Blog beisteuern wollen.
&lt;img src=&quot;http://farm3.static.flickr.com/2375/2415187841_8f9658f194_m.jpg&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;
Bist Du AustauschstudentIn am Bosporus? Arbeitest Du in der einzigen Stadt der Welt, die auf zwei Kontinenten liegt? Was bewegt Dich in Deinem Leben zwischen Europa und Asien? Was denkst Du über Europa - und einen Beitritt der Türkei zur EU? Teile Deine Eindrücke, Sorgen und Hoffnungen mit uns!&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Zum Beispiel auch zu den folgenden Themen:&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;
&lt;li&gt;Studieren in Istanbul&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Aus Deutschland ins Land meiner Eltern&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Weiblich, jung &amp;amp; in Istanbul&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

&lt;p&gt;Schreib an d.huneke@cafebabel.com.&lt;/p&gt;</description>
    
    
    
      </item>
    
  <item>
    <title>Verschnufte EU-Begeisterung der Türkei</title>
    <link>http://istanbul.cafebabel.com/de/post/2008/04/14/Das-Herz-der-Turkei</link>
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    <pubDate>Mon, 14 Apr 2008 16:46:00 +02:00</pubDate>
    <dc:creator>Dorte</dc:creator>
            
    <description>    &lt;p&gt;Die Türkei betrachte die EU als eine Art Diät-Trainer, erklärte am Wochenende ein hochrangiger Vertreter der regierenden AKP vor einer Gruppe von Journalisten. Ein interessantes Bild, wenn man es einmal zu Ende denkt. &lt;img src=&quot;http://farm4.static.flickr.com/3248/2412852479_21bf228deb.jpg?v=0&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;
Der Gedanke, dass die EU-Anwartschaft eine gesundheitsförderliche Wirkung hat, ist keineswegs neu oder überraschend. Die Diskussion um den EU-Beitritt der Türkei führt seit einiger Zeit die These im Schlepptau, der Verhandlungsprozess habe der Türkei bereits unzählige Besserungen beschert, und zwar ganz unabhängig davon, wie die Frage der Mitgliedschaft am Ende entschieden werde.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Worum geht es aber? Um den Weg oder das Ziel?&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Viele Etappenziele wurden bereits erreicht. Die Türkei hat in den vergangenen Jahren einen großen Reformeifer an den Tag gelegt. Fraglich ist jedoch: Warum ist dieser Eifer in jüngster Zeit erlahmt?&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Von Seiten türkischer Politiker lautet die Antwort darauf in der Regel – zumindest gegenüber europäischen Journalisten –, die türkische Bevölkerung und mithin die politische Riege sei von der EU enttäuscht, es gebe momentan wenig Anreiz, die Reformen mit dem gleichen Eifer weiter zu verfolgen. Stellt sich nur die Frage: wofür – oder besser: für wen – eigentlich der ganze Aufwand in der Vergangenheit? Um den Europäern einen Gefallen zu tun? Das kann es ja wohl nicht sein. Jedenfalls wäre das kaum im Sinne der Erfinder.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Europa ist ein gutes Rezept. Demokratie ist gut. Souveränität ist gut – und im Staatenbund besser. Diesen Standpunkt vertrat am Wochenende jener AKP-Repräsentant, der mit seinen zwei Kindern zwar nicht ganz ins &lt;a href=&quot;http://www.sueddeutsche.de/ausland/artikel/270/162817/&quot;&gt;Parteischema&lt;/a&gt; passt, mit einer Ehefrau ohne Kopftuch aber so manches besorgte Gemüt beruhigt. So passt es wieder. Tatsächlich wirkt, angesichts der multikulturell aufgestellten Partei, der Vorwurf einer „hidden agenda“ absurd. Hoffentlich ist dies auch bis in die Wählerschichten durchgedrungen.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Auf der nicht mehr parteipolitischen Zugehörigkeitsebene schmieden sich unterdessen neue, durchaus überraschende Koalitionen. Z. Damla Gürel, ehemals CHP-Abgeordnete und leidenschaftliche Stöckelschuhträgerin, die ihrem ehemaligen Parteivorsitzenden Deniz Baykal ein paar Mal zu heftig Contra gegeben hat und deshalb bei der letzten Wahl nicht mehr aufgestellt wurde, ist seit einer Woche die EU-Beraterin des Staatspräsidenten Abdullah Gül, ehemals Außenminister der AKP. Wenn hier tatsächlich Meinungen aus verschiedenen Lagern zusammenfließen, ist das zweifelsohne zu begrüßen.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Der Weg der Türkei nach Europa ist – nach Ansicht der AKP-Oberen sowie zahlreicher EU-Vertreter in Brüssel – gesund. (Ungesund wäre nach der Auffassung einer großen Mehrheit auf allen Seiten hingegen, wenn die Verhandlungen zu einem abrupten Ende kämen. Für diesen Fall gibt es verschiedene Schreckensszenarien: die Türkei islamisiert oder russifiziert sich, Europa wird grauhaarig und arbeitet daran, dem Anklageruf des „Christenclubs“ gerecht zu werden.)&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Das Konzept „Diät“ beinhaltet jedoch, dass man sich beschneidet, vorübergehend auf etwas verzichtet. Eine ausgeprägte Vorliebe des oben genannten AKP-Politikers für eine metaphernreiche Sprache lässt darauf schließen, dass er auch jenes Bild zu Ende gedacht hat. Dann wäre seine Vision von Europa eine, in der die Türkei – durch europäische Prinzipien gestärkt, jung und ökonomisch dynamisch – eine starke, unabhängige Macht neben der EU darstellen wird. Eine Kur endet schließlich im Normalfall nicht damit, dass man den Diät-Berater ehelicht. Wird die Türkei aber den EU-Diät-Plan auch nach Abschluss der Verhandlungen weiter einhalten?&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;In den Augen einer europäischen Beobachterin in der Türkei verstärkt sich jeden Tag mehr der Eindruck, dass die Türkei längst nicht mehr in die EU will – der Ehrgeiz zielt inzwischen darauf, das Angebot zum Beitritt zu bekommen. Fertig.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Genau deshalb lautet die entscheidende Frage: was will die Türkei – und was tut sie möglicherweise nur deshalb, damit die Verhandlungen schneller zu einem Abschluss kommen? Wenn der Reformeifer tatsächlich deshalb erlahmt ist, weil die EU in der Türkei offensichtlich Missfallen ausgelöst hat, die Türkei sich nicht mehr willkommen fühlt, könnte dies in der Tat ein Gesundheitsrisiko für Europa darstellen. Dann wäre erst einmal zu diskutieren: was will die Türkei eigentlich selbst, tief im Inneren ihres Herzens?&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Dorte HUNEKE&lt;/p&gt;</description>
    
    
    
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  <item>
    <title>Türkische emotionale Intelligenz</title>
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    <pubDate>Sun, 06 Apr 2008 00:53:00 +02:00</pubDate>
    <dc:creator>Dorte</dc:creator>
            
    <description>    &lt;p&gt;Die EU hat der Türkei das Gefühl gegeben, in der EU unerwünscht zu sein, erklärte kürzlich der türkische Außenminister Ali Babacan auf der Wilton-Park-Konferenz in Istanbul, zu der Politiker und Entscheidungsträger verschiedener Länder geladen waren. Die türkische Bevölkerung fühle sich in der Staatengemeinschaft unwillkommen.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Warum muss alles, was mit Europa und der Türkei zu tun hat, immer gleich so gefühlig werden? Auf europäischer Seite sieht das ja kaum anders aus. Da geistert um die Forderungen nach Reformen und diverse Geschichtsanalysen hinsichtlich der Wurzeln Europas eine diffuse Angst vor der Türkei und ihrem osmanischen Erbe.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;img src=&quot;http://farm3.static.flickr.com/2191/2395685526_d1c2530172.jpg?v=0&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;In Europa gibt es zwei Lager: eines, das die Türkei drin haben will und eines, das die Türkei draußen haben will. Beide finden ihre Gründe. In der Türkei gibt es – neben einer kleinen Gruppe notorischer EU-Gegner – eine große Mehrheit, die eine gespaltene Haltung zur EU pflegt. In dieser Gruppe gespaltener Meinungsträger herrscht neben dem grundsätzlichen Wunsch zum Beitritt in die EU das Gefühl der Enttäuschung. Sie wollen im Grunde nach Europa, sind aber das Warten leid und fühlen sich zurückgestoßen. Die sagen: Ach was, die EU brauchen wir nicht. Wenn die uns nicht will, wollen wir die auch nicht. Sie wollen gewollt werden. Ein Fünkchen Hoffnung ist jedoch noch da und lodert zur Flamme auf, wenn man ihm nur einen Krumen Nahrung gibt. Denn die gleichen Leute, die der EU inzwischen die kalte Schulter zeigen, jubeln immer dann, wenn europäische Politiker sich positiv zum Beitritt der Türkei zur EU äußern. Das fühlt sich dann wieder gut an.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Vor einer Woche erklärte der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan vor Studierenden in Sarajevo, sein Land habe „nichts zu verlieren“, wenn die EU sich gegen den Beitritt entscheide. Durch eine Absage an die Türkei würde nur die EU zum Verlierer. Da stellt sich aber doch die Frage, ob und warum die Türkei überhaupt noch einen Grund sieht, sich weiter um eine Aufnahme in den europäischen Staatenbund zu bemühen.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Unterdessen sagte Außenminister Babacan &lt;a href=&quot;http://news.bbc.co.uk/2/hi/europe/7329061.stm&quot;&gt;gegenüber der BBC&lt;/a&gt;, das erhoffte Zusammenkommen der Türkei einer größtenteils muslimische Nation, mit der Europäischen Union sei das größte Friedensprojekt seit dem Zweiten Weltkrieg. Große Worte mit verwirrender Wirkung. Herrscht etwa Krieg, wenn die Türkei nicht schleunigst in die EU aufgenommen wird? Und werden umgekehrt mit dem Beitritt der Türkei in die EU die terroristischen Bedrohungen aufhören und die militärische Terror-Bekämpfung schlagartig eingestellt? Wird der Irak befriedet?&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Wenn die Türkei in die EU will, sollte sie dieses Projekt geschlossen und ehrlich verfolgen, das heißt: auch diesen Wunsch eindeutig zum Ausdruck bringen. Die Inkonsequenz der haut-ab-nehmt-uns-endlich-auf-Haltung ist auf die Dauer wohl kontraproduktiv und strapaziert die Nerven aller Beteiligten. Die Spitzen des Landes konzentrieren einen bemerkenswerten Teil ihrer Energien darauf, sich gegenseitig auf die Füße zu treten, Misstrauen zu säen, einander die Hände zu fesseln, Gefühle statt Vernunft regieren zu lassen, und zwar nicht erst seit dem Verbotsantrag gegen die regierende AKP.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Jenes Chaos, in dem sich die Türkei aufgrund einer akuten innenpolitischen Gefühlslage befindet ist das größere Problem – nicht nur, aber auch – auf dem Weg zur EU. Ein Staatsanwalt und mehrere einflussreiche Bewohner des Landes fühlen sich bedroht. Und ignorieren einfach kurzerhand die Stimme des Volkes.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Für diese Entwicklungen sind die Spitzenvertreter der Türkei nicht nur dem Präsidenten der EU-Kommission Jose Manuel Barroso und dem EU-Erweiterungskommissar Olli Rehn, die am 10. April zu Gesprächen nach Ankara kommen, eine sachliche Erklärung schuldig.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Dorte HUNEKE&lt;/p&gt;</description>
    
    
    
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    <title>Was wir verdienen</title>
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    <pubDate>Fri, 04 Apr 2008 12:32:00 +02:00</pubDate>
    <dc:creator>Dorte</dc:creator>
            
    <description>    &lt;p&gt;Nicht nur, aber auch weil die Regierung gerade über die &lt;a href=&quot;http://istanbul.cafebabel.com/de/post/2008/04/02/Tausende-gegen-die-Sozialreform&quot;&gt;soziale Sicherheit&lt;/a&gt; der Menschen in der Türkei verhandelt, stellt sich die Frage, wie die türkische Bevölkerung eigentlich ihren Lebensunterhalt bestreitet.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;img src=&quot;http://farm4.static.flickr.com/3148/2386495949_ee8888d46e_m.jpg&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Aus meiner Sicht stellt sich das so dar:&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Es gibt die einen, die Monat für Monat so viel Geld scheffeln, dass es mich jedes Mal wieder vom Stuhl reißt, wenn ich darauf gestoßen werde: ich habe mir sagen lassen, dass einige Kolumnisten $ 25.000 verdienen - wir reden von US-Dollar! Und wir reden von Monatsgehältern! Dann gibt es die Holding-Besitzer nebst ihrer in der Regel in den Familienunternehmen auf hohen Posten beschäftigten Angehörigen. Womit das Geld, das auf den einzelnen Sektoren erwirtschaftet wird, schon einmal zu schätzungsweise zwei Dritteln verteilt ist. Denn die Megaunternehmer besitzen meist neben Baufirmen und Schokoladenfabriken auch Tankstellen (damit die Zulieferung nicht an andere abgegeben werden muss), Banken (irgendwo muss das Geld ja hin) und Zeitungen (in denen sich günstig Werbung für Erstgenannte schalten lässt). Gefeiert werden sie außerdem einmal im Jahr, weil sie dem Staat Steuern in Millionenhöhe einbringen (ganz oben auf der Liste in diesem Jahr Aydın Doğan mit über 10 Millionen Lira Steuern). In die oberste Gehaltsriege gehören zudem Ärzte, sofern sie nicht an staatlichen Hospitälern beschäftigt sind. Außerdem Politiker und wahrscheinlich all jene, die in deren Gunst stehen. Wer noch? Universitätsprofessorinnen, Anwältinnen jedenfalls nicht.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Dazwischen ist wenig. Ein Großteil derer, die ich gefragt habe, verdient zwischen 1000 und 2000 YTL im Monat, das sind momentan rund 500 bis 1000 Euro. Ich frage mich bis heute, wie man davon sorgenfrei leben kann in einer Stadt wie Istanbul, die in Sachen Lebenshaltungskosten mit jeder anderen europäischen Großstadt vergleichbar und zweifellos teurer als Berlin ist. Für eine anständige kleine Wohnung im Zentrum der Stadt zahlt man im Schnitt 700 YTL, in den schöneren Gegenden schnell auch das Doppelte. Strom und Gas werden teurer. An höhere Mieten ist für die meisten gar nicht zu denken. Für sie hört der Traum von der eigenen Wohnung da auf, wo sie anfangen in einem festen Job zu arbeiten.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Wirklich dramatisch wird das in vielen Fällen gar nicht empfunden. Denn statt in den eigenen vier Wänden wohnt man zumindest vorübergehend bei den Eltern, Geschwistern, Freunden oder dem Ehepartner. Gemeinsam passt’s dann. Und gemeinsam wohnt und lebt es sich ohnehin schöner.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Das Wunderbare an der türkischen Gesellschaft ist, dass Freunde und Familie sofort und ohne mit der Wimper zu zucken einspringen, wenn jemand knapp bei Kasse ist (sofern er sein Hab und Gut nicht verspielt hat oder es durch Nichtstun ausgegangen ist). Ich habe noch keine Gesellschaft erlebt, die hilfs- und opferbereiter ist als die türkische, wenn jemand akute Geldprobleme hat – weil der Chef ein Gehalt zahlt, das ihm eigentlich schlaflose Nächte bereiten sollte oder man mit dem eigenen Unternehmen bankrott gegangen ist. In kaum einer Gesellschaft landet man bei Ebbe auf dem Konto so sanft – vorausgesetzt man hat gute Freunde oder Familie. Irgendwie wird immer Geld aufgetrieben und verliehen. Angeblich sammeln sogar Hausgemeinschaften Geld für jemanden, der sein Geschäft in den Sand gesetzt hat, sofern er tatsächlich alles gegeben hat, um es ans Laufen zu bringen und solange er sich bemüht zeigt, etwas Neues aufzubauen oder Arbeit zu finden. (Anders als in Deutschland wird der Mut zum unternehmerischen Risiko belohnt, auch wenn es schief geht.)&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Fatalerweise wird die Hilfsbereitschaft aber von denen, die keine anständigen Honorare und Gehälter zahlen wollen, schamlos ausgenutzt. Als Reporterin bei einer der großen türkischen Tageszeitung fängt man – so wurde mir erzählt – mit einem Einstiegsgehalt von 500 bis 800 YTL an (bitte überzeuge mich jemand, dass ich Unrecht habe!). Während es zweifellos bezaubernd ist, dass Freunde und Familie aushelfen, sollte nicht vergessen werden, dass gute Arbeit gutes Geld wert ist - sehr geehrte Chefs und Chefinnen, die Verantwortung liegt bei Euch!&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Höchst irritierend ist zudem die Haltung: Arbeite erst einmal für mich, dann zahle ich Dir später das Geld, das ich für richtig halte. Auch schon erlebt. Über Gehalt lässt sich verhandeln, keine Frage – aber doch bitte im voraus. Das verhandelte Gehalt sollte dann übrigens auch gezahlt werden: mir fallen spontan ein halbes Dutzend Leute ein, die wochenlang auf ausstehende Honorare und Gehälter gewartet und schließlich den Job geschmissen haben. Ihr Geld werden sie wahrscheinlich nie zu sehen bekommen.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;img src=&quot;http://farm4.static.flickr.com/3268/2386495945_92c9e39ef1_m.jpg&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Als Freiberuflerin begegnen mir selbst noch andere Schamlosigkeiten: „Ihre Themen gefallen uns gut. Bitte schreiben Sie für uns etwas dazu. Leider können wir aber für Beiträge von freien Autoren nichts zahlen.“ Das ist – wie ich mir von türkischen Kollegen habe sagen lassen – keineswegs eine Ausnahme in der Medienlandschaft der Türkei (übrigens auch in anderen Ländern, wo aber meiner Erfahrung nach wenigstens die auflagenstarken Zeitungen und Magazine Honorare zahlen; bei kleinen Magazinen, deren Herausgeber trotz glänzender Ideen und bemerkenswertem Printauftritt selbst keine Kohle machen, liegen die Dinge anders).&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;In meinem oben genannten Fall haben wir uns schließlich auf ein lachhaft niedriges Honorar geeinigt – ein Anfang. Leisten kann ich mir den Spaß allerdings nur, solange ich meine anderen Jobs und Aufträge habe, für die ich ein angemessenes Honorar bekommen, von dem ich leben kann. Derweil laufen die Gehaltsverhandlungen weiter. Auf die Frage, wie sich die anderen Autoren die Arbeit leisten können, bekam ich zur Antwort: die meisten haben andere Jobs oder sind reich verheiratet.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Ihr also, meine lieben reich verheirateten Damen, die Ihr nur Euren Namen gedruckt sehen wollt und die paar hundert Lira für Euren eigenen Stolz offenbar nicht braucht, vermiest uns mit Eurem journalistischen Hobby die Preise! Und das Niveau.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Dorte HUNEKE&lt;/p&gt;</description>
    
    
    
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    <title>Tausende gegen Sozialreform</title>
    <link>http://istanbul.cafebabel.com/de/post/2008/04/02/Tausende-gegen-die-Sozialreform</link>
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    <pubDate>Wed, 02 Apr 2008 13:57:00 +02:00</pubDate>
    <dc:creator>Dorte</dc:creator>
            
    <description>    &lt;p&gt;Am Montag (1. April) sind allein in Istanbul 5000 Menschen dem Aufruf der Gewerkschaften gefolgt und haben gegen den Gesetzesentwurf der Regierung zur Reform des türkischen Gesundheits- und Rentenversicherungswesens protestiert. Weitere Demonstrationen wurden für Samstag, den 6. April angekündigt.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;img src=&quot;http://farm3.static.flickr.com/2299/2382304989_1b7dd37905_m.jpg&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;In Kadıköy, auf der asiatischen Seite, versammelten sich rund 2000 Menschen. Auf der europäischen Seite, in Çağlayan, waren es sogar schätzungsweise 3000 Menschen, die vor dem Parteigebäude der regierenden AKP demonstrierten.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;em&gt;Worum geht’s?&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Das türkische Renten- und Gesundheitssystem leidet unter einer hohen Überschuldung. Um die Leistungsfähigkeit der Sozialversicherungsträger zu garantieren, muss der türkische Staat in diesem Jahr rund 30 Mrd. türkische Lira aufbringen. Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan sagt: „Wir können die Sozialreform nicht weiter aufschieben. Das derzeitige Sozialversicherungssystem ist nicht zukunftsfähig.“ Der Internationale Währungsfonds (IWF) fordert seit Jahren die von der türkischen Regierung nun dem Parlament vorgelegten Kürzungen. Die EU zeigt sich ungeduldig. Türkische Gewerkschaftsvertreter hingegen warnen vor übereilten Entscheidungen.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Der größte Stein des Anstoßes ist das Vorhaben der Regierung, das Renteneinstiegsalter von derzeit 58 (für Frauen) und 60 (für Männer) auf 65 Jahre zu erhöhen.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Tatsache ist jedoch, dass in keinem anderen Land der OECD das Rentenalter so niedrig ist wie in der Türkei. Und die türkische Bevölkerung wird tendenziell älter: Die Lebenserwartung liegt derzeit für Männer bei 75 Jahren und für Frauen bei 76.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Der Gesetzesentwurf der Regierung sieht zudem vor, dass alle sozialversicherungspflichtig Beschäftigten bei der neu gegründeten Anstalt für Soziale Sicherung kranken- und rentenversichert sind. Das klingt gut. Nach Ansicht der Gewerkschaften würden Arbeiter und Angestellte dadurch tatsächlich jedoch schlechter gestellt. Den Versicherten drohe ein Verlust ihrer in der Vergangenheit erworbenen Ansprüche.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Bemerkenswert ist außerdem, dass in der Türkei derzeit mehr als ein Drittel der Menschen über 65 Jahre über keinerlei Rentenansprüche verfügen und die Hälfte der türkischen Arbeitnehmer ohne rechtliche und soziale Absicherung im informellen Sektor arbeitet.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Geeinigt haben sich Gewerkschaftsvertreter und die türkische Regierung unterdessen darauf, dass die Zahl der für die Rentenbezüge nachzuweisenden Arbeitstage von 9000 auf 7200 reduziert wird.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Das Reformpaket der AKP-Regierung soll am 1. August 2008 in Kraft treten. Vorausgesetzt, es gibt bis dahin eine Einigung und eine funktionierende Regierung (das türkische Verfassungsgericht verhandelt derzeit über den Verbotsantrag des Generalstaatsanwalts gegen die regierende AKP und einzelne seiner Mitglieder).&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;em&gt;Was bisher geschah:&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Mitte März hatten Arbeitnehmer überall in der Türkei bereits für zwei Stunden die Arbeit niedergelegt: Von 10 bis 12 Uhr streikten Lehrer, Ärzte, Krankenschwestern, Reinigungskräfte, Busfahrer. Flugzeuge blieben in Wartestellung. Selbst einzelne Nachrichtenagenturen stoppten für eine Viertelstunde ihre Dienste beziehungsweise berichteten ausschließlich über den Streik. Es war der erste Massenstreik seit Jahrzehnten.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Dorte HUNEKE&lt;/p&gt;</description>
    
    
    
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  <item>
    <title>Zypern: PACE will Verhandlungen unterstützen</title>
    <link>http://istanbul.cafebabel.com/de/post/2008/03/27/Zypern%3A-PACE-will-Verhandlungen-unterstutzen</link>
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    <pubDate>Thu, 27 Mar 2008 08:35:00 +01:00</pubDate>
    <dc:creator>Dorte</dc:creator>
            
    <description>    &lt;p&gt;&lt;img src=&quot;http://istanbul.cafebabel.com/public/istanbul/pace.jpg&quot; alt=&quot;PACE&quot; style=&quot;display:block; margin:0 auto;&quot; /&gt; Der Präsident der Parlamentarischen Versammlung des Europarates (PACE), Lluis Maria de Puig, begrüßte die Bekanntgabe des zypriotischen Präsidenten und seines zypern-türkischen Amtskollegen, die Gespräche zur Wiedervereinigung der geteilten Insel fortzusetzen.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;De Puig nannte die angekündigte Wiedereröffnung der Ledra-Straße einen hochsymbolischen Akt. „Gegenseitiges Vertrauen und Zuversicht sind entscheidend für den Erfolg der wieder aufgenommenen Versuche, den Konflikt beizulegen. Insofern kann dieser symbolische Schritt eine wichtige Rolle zur Förderung des Dialogs und der Versöhnung spielen. Die Versammlung des Europarates wird sämtliche Versuche unterstützen, die darauf zielen, die Pufferzone in Zypern von einem Symbol der Teilung in ein Symbol der Zusammenarbeit zu verwandeln. Die PACE ist bereit, die unter Federführung der UN geführten Verhandlungen zu unterstützen“, erklärte der Präsident.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Özcan TİKİT&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;(Übersetzung aus dem Englischen Dorte HUNEKE)&lt;/p&gt;</description>
    
    
    
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  <item>
    <title>Was man in der Türkei sagen kann</title>
    <link>http://istanbul.cafebabel.com/de/post/2008/03/19/What-can-be-said</link>
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    <pubDate>Wed, 19 Mar 2008 12:42:00 +01:00</pubDate>
    <dc:creator>Dorte</dc:creator>
            
    <description>    &lt;p&gt;Als Ausländerin in der Türkei bin ich zuweilen immer noch verwirrt darüber, was man sagen kann und was nicht. Manchmal wünsche ich mir ein Handbuch, das ich zu Rate ziehen könnte – dann wüsste ich zumindest, wann und warum ich oder jemand anderes mit seinen Worten gerade provoziert und wo die Grenzen des Sagbaren liegen (was nicht bedeutet, dass ich meinen Mund entsprechend geschlossen halten würde, aber wenigstens wäre ich vorbereitet auf die Reaktionen).&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;img src=&quot;http://www.lizzynet.de/dyn/pics/106564-106565-1-tuerkei_deutschland.jpg&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Es ist noch nicht allzu lange her – und das Ereignis hat einen festen Platz in den Köpfen vieler Menschen hierzulande –, da sagte der türkische Premier Erdoğan zu einem augenscheinlich unzufriedenen anatolischen Bauern „Nimm deine Mutter und geh!“ Das war im März letzten Jahres während des Wahlkampfs. Die türkischen Bürger maßen der Beleidigung offenbar nicht allzu viel Bedeutung bei, denn sie belohnten die Regierungspartei (der momentan die Schließung droht, aber das hat ganz andere Gründe) mit einem phänomenalen Wahlergebnis. Einen anatolischen Bauern zu beleidigen, ist also offenbar keine große Sache. Eine große Sache ist es hingegen, wenn Erdoğans Worte auf einer Theaterbühne wiederholt werden – wie kürzlich in einem Theater in Trabzon. Das Stück, um das es geht, trägt den Titel „Düğün yada Davul“ (Hochzeit oder Trommeln). Die Künstler haben zudem noch einige weitere politisch brisante Zitate ins Stück eingebaut, wie „Der Premierminister hat Angst vor den Vereinigten Staaten“ und „Dies ist kein Ort zum Sitzen und Verweilen“, was türkischen Zeitungsberichten zufolge die Regierung veranlasste, eine Untersuchung gegen das Theater beziehungsweise die Produzenten des Stückes einzuleiten. Vielleicht haben Regierungsvertreter einfach nicht genug Zeit, um ins Theater zu gehen. In dem Fall sollten sie zumindest den Fachleuten Gehör schenken, zum Beispiel Nermin Karademir, Vertreter der Kunst- und Kulturvereinigung Trabzon: „Das Theater ist kein Ort, an dem hochrangige Beamte Tag und Nacht in den Himmel gelobt werden.“&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Unterdessen erreicht uns die wohltuende Nachricht, dass Elif Şafak, Autorin des Bestseller-Romans „Der Bastard von Istanbul“, die angeklagt war, wegen des Verdachts, in ihrem Roman das Türkentum beleidigt zu haben, unter den 20 nominierten Schriftstellern für den prestigeträchtigen britischen Orange Broadband Prize for Fiction ist.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Was Karademir über die Künste gesagt hat, gilt ebenfalls für die Medien: Auch dies ist nicht der Platz, an dem hochrangige Beamte Tag und Nacht in den Himmel gelobt werden sollten. Teil der journalistischen (und der künstlerischen) Profession ist es, kritisch zu sein gegenüber dem, was Menschen sagen und tun, und Sichtweisen in die Öffentlichkeit zu tragen. Es gibt allerdings einen Unterschied zwischen Kritik und der Freude, andere an den Pranger zu stellen, wobei jeder sich die weißere Weste anzieht, indem er anderen den Schwarzen Peter zuschiebt – zugegeben ein unterhaltsameres Spiel als die trockene politische Analyse, aber nüchtern betrachtet ein Armutszeugnis – für Politiker genauso wie für Journalisten.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Meine Erfahrung der vergangenen Wochen hat mir den Eindruck vermittelt (und ich kritisiere ausdrücklich die türkischen Medien für ihren Anteil daran), dass es keineswegs als unangemessen oder Beleidigung angesehen wird, wenn man eine Wildfremde mit den Worten begrüßt: „Ach, Du bist Deutsche?! Die Deutschen haben doch neulich die Häuser von Türken angezündet, nicht wahr? Es waren zehn, oder?“&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Ich habe nichts dagegen, anderen Menschen zu erklären, dass ich Brandanschläge aller Art verurteile, die gegen Menschen jedweder Nationalität verübt werden, wie übrigens die meisten meiner Landsleute (Deutsche, Türken und wen wir sonst noch so haben). Traurigerweise haben wir unter uns jedoch einige hirnlose Gestalten, die glauben, Menschen nach ihrer ethnischen Herkunft beurteilen und abstrafen zu dürfen (ich persönlich hätte nichts dagegen, die Menschen, die so denken, auszuweisen, aber das wäre wohl auch keine Lösung, und überhaupt, wer würde sie schon freiwillig aufnehmen?). Ich habe nichts gegen Türken (oder Aleviten) beziehungsweise dagegen, dass Menschen in fremden Ländern leben – die Tatsache, dass ich mich in diesem Land aufhalte, spricht für sich. Ich habe aber sehr wohl etwas gegen rassistische Meinungen und diejenigen, die diese unterstützen oder befeuern – und da spielt es keine Rolle, welcher Nationalität diese Menschen angehören. Ich finde türkische Rassisten ebenso kleingeistig wie deutsche.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Ich finde es traurig, dass ich mich für mein Deutschsein verteidigen muss (ich verurteile nicht alle Türken für die unschönen Taten, die in diesem Lande begangen worden sind, sondern nur die, die dafür verantwortlich sind oder nur im Kleinsten Verständnis oder Unterstützung dafür aufbringen).&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Es ist nicht die Schuld des gering gebildeten Inhabers eines Musikladens in Van oder der Schmuckverkäuferin in Ortaköy, die mir ihre Sorgen angesichts der „Serie von Anschlägen gegen Türken“, verübt von Deutschen, mitteilen. Die Verantwortung für solche Bilder und unbedacht geäußerte Generalvorwürfe tragen Journalisten, die türkischen Lesern den Eindruck vermitteln, „die Deutschen“ hätten etwas gegen „die Türken“ und „Die deutsche Regierung verfolgt eine bewusst ‚faschistische’ Politik gegenüber Türken* (während die deutsche Regierung einen Integrationsgipfel mit Vertretern der türkischen Community abhält). Diese groben und verallgemeinernden, zum Teil haltlosen Vorwürfe tragen nichts zur Verbesserung der Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei bei, sondern gießen Öl ins Feuer derjenigen, die mit ihren kleingeistigen Schandtaten leider, leider gute Titelgeschichten liefern.&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;
&lt;li&gt;Das Zitat stammt aus der Wirtschaftszeitung ‘Referans’ und ist die Überschrift zu Yiğit Buluts Artikel, der in der englischen Übersetzung von „Turkish Weekly“ veröffentlicht wurde, online unter http://www.turkishweekly.net/news.php?id=53516&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

&lt;p&gt;Dorte HUNEKE&lt;/p&gt;</description>
    
    
    
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    <title>Demokratie, Cola-Dilemma in der Türkei</title>
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    <pubDate>Mon, 17 Mar 2008 14:54:00 +01:00</pubDate>
    <dc:creator>Ozi</dc:creator>
            
    <description>    &lt;p&gt;&lt;img src=&quot;http://istanbul.cafebabel.com/public/istanbul/./.turkey_s.jpg&quot; alt=&quot;turkey.jpg&quot; style=&quot;float:left; margin: 0 1em 1em 0;&quot; /&gt;
Wieder einmal und beklagenswerterweise steht der Türkei ein kontroverser Strafprozess bevor: der türkische Generalstaatsanwalt Abdurrahman Yalcinkaya fordert ein Verbot der regierenden AKP (Partei fürGerechtigkeit und Entwicklung). Gleichzeitig läuft ein Verfahren gegen die DTP (Partei der Demokratischen Gesellschaft). Diejenigen, die erpicht auf ein Ende der AKP sind, sehnen wahrscheinlich ebenso ein Ende der DTP herbei. Die Staatsanwaltschaft beschuldigt die AKP, das Zentrum einer anti-säkularen Bewegung zu sein; der DTP wird Separatismus vorgeworfen. Hier wird also einfach mal die Schließung von zwei der insgesamt vier im türkischen Parlament (TBMM) vertretenen Parteien verlangt. Nur zu, knallt der AKP die Tür vor der Nase zu, besiegelt das Ende der DTP. Warum nicht gleich das gesamte Parlament? Ich höre die Leute schon sagen &quot;Neeein, Özcan, Du übertreibst!&quot;, doch ich bin überzeugt, die erwähnten Partei-Schließungen werden von einer arroganten
Elite in der Türkei keineswegs als übertriebene Reaktionen angesehen.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Der Coup d'État vom 12. September 1980 hat diese arroganten Eliten entstehen lassen. Ich möchte außerdem hinzufügen, dass diese anti-demokratischen Eliten sich dafür einsetzen, denjenigen, die nicht hundertprozentig dem Prototyp des türkischen Bürgers entsprechen, den Zutritt zu Moscheen, Kirchen und Synagogen zu verbieten. Der Staatsstreich der Armee brachte eine neue Verfassung hervor, die in
einer Art Copy-and-Paste-Manier innerhalb von fünf Tagen entstand und demokratische Politiker und Institutionen von der Bildfläche verschwinden ließ, Verfechter der Demokratie ins Gefängnis brachte und sich einen eigenen Himmel schuf. Es entstanden offizielle Kader mit Leuten, die sich bereit erklärten für eine ultra-nationalistische Regierung zu arbeiten, innerhalb eines säkularen, undemokratischen Rahmenwerks.
Infolge dieser Verfassung verschärfte sich die &quot;kurdische Frage&quot; und religiöse Angelegenheiten in der Türkei wurden verkompliziert. Die Putsch-Regierung verhängte harte Strafen gegen demokratische Aufständische in den 1980er Jahren und stärkte die Eliten, die sich nach dem 12. September herausformten.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Heute ist die Türkei in einem neuen Zeitalter, es ist das Zeitalter der Moderne. Nie zuvor war der Wunsch nach Demokratie in diesem Lande größer. Doch anti-demokratische Eliten, die Kinder des Putsches, machen sich angesichts dieses Wunsches große Sorgen, denn sie fürchten ihre Positionen zu verlieren. Die Eliten haben die türkische Gesellschaft seit jeher in Angst versetzt und gespalten: in nationalistische und religiöse Gruppierungen. Die Oberen des Landes haben Verwirrung zwischen den einfachen Mitgliedern der Gesellschaft gestiftet, um ihre eigene privilegierte Stellung zu genießen und sie verzögerten demokratische Reformen. Die Wahlen vom 22. Juli 2007 haben jedoch erwiesen, dass das türkische Volk keinen Lügen mehr Glauben schenkt. Die genannten Elite-Gruppen stellten sich selbst als Anhänger unseres&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Staatsgründers Mustafa Kemal Atatürk vor. Ironischerweise glauben sie das selbst bis heute. Doch wenn es um &quot;republikanische&quot; Herrschaftsformen, verhalten sie sich anders. Zum Beispiel weigerten sie sich, Wahlergebnisse zu respektieren und häufig setzen sie sich für die Schließung von Parteien ein. &quot;Der Bauer ist der wahre Herr des Volkes&quot;,
sagte Atatürk 1920 bei einem Besuch einer kleinen anatolischen Stadt.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Aus Sicht der Eliten ist ein Dorfbewohner jedoch nichts anderes als ein einfacher Diener der Eliten. Es gibt außerdem eine klare Vorstellung davon, wie ein Bürger zu sein habe. Der stereotypische Bürger der Türkei sollte ein hundertprozentiger Nationalist sein, sunnitischen Glaubens, aber nicht religiös, sondern einen säkularen Lebensstil pflegen, er sollte in Gesellschaft Alkohol trinken und als Soldat geboren werden.
Gewisse arrogante türkische Eliten haben sich an ihren speziellen Status gewöhnt, während sie in staatlichen Einrichtungen günstige Mahlzeiten einnehmen, wozu sie billiges Bier oder Cola trinken.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Unsere liebenswerten Eliten sind die unerschrockenen Verteidiger des Status Quo. Sie haben sich daran gewöhnt, die bewaffneten Gruppierungen um Hilfe zu bitten, wenn sie eine Gefahr wittern, die ihre besonderen Zuschüsse bedrohen. Im vergangenen Jahr fürchteten sie im Präsidentschaftswahlkampf ihren Einfluss zu verlieren. Nachdem sie die türkische Armee nicht zum Einschreiten bewegen konnten, griffen sie in
einem verzweifelten Versuch, ihre vorteilhafte Position zu verteidigen, zu anderen Methoden und streuten öffentlich Lügengeschichten über die Regierungspartei und veranstalteten Protestzüge in Ankara, Istanbul, Izmir und Manisa. Als sie merkten, dass ihre Taktik nicht aufging, forderten sie die Menge auf, Neuwahlen zu fordern -- die sie am Ende verloren, vom Volk abgestraft. Die AKP gewann rund 47 Prozent der Stimmen.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;http://istanbul.cafebabel.com/de/post/2008/03/17/Die säkularen türkischen Eliten&quot; title=&quot;Die säkularen türkischen Eliten&quot;&gt;Die säkularen türkischen Eliten&lt;/a&gt; haben die Wahlen und andere Kämpfe verloren. Nun greifen sie zu ihren letzten Mitteln die demokratische Zukunft der Türkei zu verhindern. Wir sollten uns jedoch fragen, ob ein billiges Bier eine Destabilisierung der Türkei wirklich wert ist.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Özcan TİKİT&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;(Übersetzung aus dem Englischen Dorte HUNEKE)&lt;/p&gt;</description>
    
    
    
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    <title>Frauentag in Van versinkt im politischen Konflikt</title>
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    <pubDate>Mon, 10 Mar 2008 13:03:00 +01:00</pubDate>
    <dc:creator>Dorte</dc:creator>
            
    <description>    &lt;p&gt;&lt;img src=&quot;http://istanbul.cafebabel.com/public/istanbul/Van_Mart08__115_.JPG&quot; alt=&quot;van 8 M&quot; /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Dorte Huneke&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Der Internationale Frauentag in Van – im östlichsten Osten der Türkei – fand zwar nicht &lt;a href=&quot;http://istanbul.cafebabel.com/de/post/2008/03/05/baslik&quot;&gt;auf Chinesisch&lt;/a&gt; statt. Wer gekommen war, um etwas über Frauen, Frauenrechte und frauenspezifische Probleme zu hören, war dennoch sprachlos. Denn bei den Versammlungen zum 8. März ging es weniger um Frauensachen als um politische Konflikte – bei denen in der Regel die Männer das Wort führen. Die DTP hatte zu einer Veranstaltung geladen. Vor der Bühne versammelten sich farbenfroh gekleidete Frauen allen Alters mit Pappschildern, auf denen „Artik yeter“ (türkisch: Es reicht!) und „Jin Jiyan Azadi“ (kurdisch: Frauen, Leben, Freiheit) geschrieben stand.
Die Frauen im Osten der Türkei haben viele gute Gründe, für ihre Rechte und Freiheiten sowie den Schutz ihres Lebens auf die Straße zu gehen: Nach wie vor werden etliche Frauen ungefragt verheiratet, für Geld verkauft, gegen andere Familienmitglieder getauscht. Viele Männer sperren ihre Ehefrauen zu Hause ein und lassen sie höchstens in männlicher Begleitung nach draußen (ein 10-jähriger Junge genügt), zahlreiche schlagen, vergewaltigen und halten ihre Frauen von der Schule fern. Etwa fünf Mal im Jahr werden allein in der Van-Region Ehrenmorde verübt. Darauf wurde an diesem 8. März bei den öffentlichen Kundgebungen leider nur am Rande eingegangen.
Die lokale Frauenorganisation VAKAD (Van Kadın Derneği), die seit 2004 vor Ort bemerkenswerte Arbeit leistet, indem sie Frauen Schutz und Unterstützung bietet, sagte ihre Veranstaltung ab und konzentriert sich auf ihre eigentliche Arbeit: in den kommenden 14 Tagen fahren die VAKAD-Mitarbeiter wieder einmal in die umliegenden Dörfer, um Aufklärungsarbeit zu leisten und mit den dort lebenden Frauen über ihre Probleme, Wünsche und Ängste zu sprechen.
Wenn Frauen geschlagen und misshandelt werden, ist es egal, an welchem Ort dieser Welt dies geschieht. Darum wird der Internationale Frauentag weltweit gefeiert – auch wenn die Geistesschwäche (Gewalt) in unterschiedlichen Regionen unterschiedliche Begründungen findet. Politische Konflikte, häufig ebenso wenig geistreich, sind ein anderes Thema.&lt;/p&gt;</description>
    
    
    
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    <title>Kurden feiern den Frauentag mit Plakaten auf Chinesisch</title>
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    <pubDate>Wed, 05 Mar 2008 15:11:00 +01:00</pubDate>
    <dc:creator>Ozi</dc:creator>
            
    <description>    &lt;p&gt;&lt;img src=&quot;http://istanbul.cafebabel.com/public/istanbul/./.cin_m.jpg&quot; alt=&quot;cin1&quot; style=&quot;float:left; margin: 0 1em 1em 0;&quot; /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Cafebabel Istanbul&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Die im Südosten der Türkei gelegene und vornehmlich von Kurden bewohnte Stadt Diyarbakir feiert den Internationalen Frauentag auf eigene, keineswegs uninteressante Weise: Die Stadtverwaltung der kurdischen Gemeinde Yenisehir ließ für den 8. März Plakate auf Chinesisch drucken. Die Plakatwände im Innenstadtbereich informieren nun über die Feiern zum
Internationalen Frauentag in Diyarbakir auf Chinesisch. In der
Vergangenheit waren die Mitarbeiter der Stadtverwaltung Yenisehir bereits mehrfach verhört und angeklagt worden, separatistische Motive zu verfolgen, weil sie die kurdische Sprache in offiziellen Dokumenten und Anträgen verwendet hatten. Diyarbakir hat zwar keine chinesische Bevölkerung. Nach Aussage des Bürgermeisters Aid Sefik Dincer von der Demokratischen Linkspartei (DTP) geht es bei der Aktion darum, gegen das Verbot der kurdischen Sprache zu protestieren. Diyarbakir sei eine Metropole, die Sprache ist nicht so wichtig. Entscheidend sei vielmehr die zu vermittelnde Botschaft. Der Frauentag wird deshalb mit Plakaten auf Chinesisch begangen – auf denen allerdings auch die türkischen und kurdischen Übersetzungen des chinesischen Textes abgedruckt sind.&lt;/p&gt;</description>
    
    
    
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