<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><?xml-stylesheet title="XSL formatting" type="text/xsl" href="http://istanbul.cafebabel.com/de/feed/rss2/xslt" ?><rss version="2.0"
  xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
  xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
  xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
  xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom">
<channel>
  <title>istanbul de</title>
  <link>http://istanbul.cafebabel.com/de/</link>
  <atom:link href="http://istanbul.cafebabel.com/de/feed/rss2" rel="self" type="application/rss+xml"/>
  <description></description>
  <language>en</language>
  <pubDate>Wed, 17 Aug 2011 17:04:41 +0100</pubDate>
  <copyright></copyright>
  <docs>http://blogs.law.harvard.edu/tech/rss</docs>
  <generator>Dotclear</generator>
  
    
  <item>
    <title>Türkei Maskenball</title>
    <link>http://istanbul.cafebabel.com/de/post/2010/05/09/T%C3%BCrkei-Maskenball</link>
    <guid isPermaLink="false">urn:md5:6a7e04bcebd3269e5baea1c4994a6e23</guid>
    <pubDate>Sun, 09 May 2010 22:23:00 +0200</pubDate>
    <dc:creator>Ozi</dc:creator>
            
    <description>&lt;p&gt;Für heute so weit wir können AK-Partei ist zu tun, was die Mehrheit der türkischen Gesellschaft, ihre Wähler aufgefordert, sie endlich Parlamentswahlen sehe. Solange sie den Wunsch der Mehrheit wiedergeben Ich bin ziemlich sicher, dass friedliche Tage und das Ende der türkischen Maskenball näher für die Türkei ist.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Es hat lange Zeit habe ich nicht auf die türkische Politik die Sie geschrieben haben Babelianer worden. Das letzte, was ich geschrieben hatte, war über grenzüberschreitende Operation der Türkei im Irak Kurdistan Bergen im Jahr 2008. Zusammenstöße zwischen PKK und türkischer Armee Guerilla war Hauptgrund einer Verschlechterung der Beziehung und der steigenden Spannung zwischen Kurdistan Regional Government und Ankara.&lt;/p&gt;    &lt;p&gt;Wegen der türkischen Regierungen kluge Schritte, wurden die Beziehungen so viel besser als es vorher war. Derzeit ist der wichtigste Handelspartner Kurdistan trotz anhaltender Auseinandersetzungen zwischen PKK und türkischen Soldaten. Türkei plant, eine Botschaft in Kurdistan capiatal Stadt Erbil im nächsten Monat zu öffnen. Irakisch-kurdischen Führern loben Türkei konstruktive Schritte, um ihr Land zu stabilisieren.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Vor zwei Jahren war der wichtigste DTP Partei, die Türkei 15 Millionen kurdischen Bevölkerung. DTP Führers Fehler, Angriffe der PKK und der türkischen Staaten tiefen Parzellen mit den höchsten Gerichten geführt Entscheidung zum Verbot von DTP. Dann wieder eine kurdische Partei, die aufgerufen wird BDP gegründet wurde. Obwohl die Partei neu war, waren die Führer derselben, sogar einige falkenartigeren Politiker fanden Platz auf neue Vorstand der neuen Partei.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;New kurdischen Parteien Falken Führer tat nichts, um AK Parteichef beitragen, PM Recep Tayyip Erdogan, die Bemühungen um eine Verfassung ausgearbeitet von dem Architekten des 12 September 1980 Militärjunta wurde demokratisieren. Vor kurzem wurde ein Paket von Verfassungsänderungen wurden am türkischen Parlamentswahlen, nicht der Gesetzgeber BDP unterstützte sie gestimmt.&lt;/p&gt;


&lt;pre&gt;Abänderungen, die von der AK-Partei Stimmen verabschiedet wurden, kooperierte mit DTP natioanalist konservativen Parteien CHP (In der Tat nennt sich Sozial-Demokratische Partei) und MHP. Diese drei Parteien die Zusammenarbeit auf eine Demokratisierung Paket stoppen bewiesen Struktur der türkischen tiefen Zustand. Eigentlich ist es unmöglich, kurdisch-nationalistischen Partei, einem türkischen nationalistischen Partei und eine Partei, die Berufung ist es selbst als Sozialdemokrat zusammen, um juntas &quot;Verfassung verteidigen zu sehen.&lt;/pre&gt;


&lt;p&gt;Die seltsame Zusammenarbeit der DTP vorgesehenen eine entscheidende Chance für die kurdische Volk zu sehen, Hidden Faces behid Masken. Nach Ansicht der Experten, kurdische Wähler Unterstützung für BDP wird bei der nächsten Wahl und AK-Partei zurückgehen wird aus dieser neuen Situation profitieren. Wahrscheinlich MHP wird auch lose viele Stimmen.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;AK-Partei ist eine konservative Partei, und sicherlich hat es viele Fehler, können wir sie auch an einem anderen Artikel besprechen. In dieser Hinsicht, was die Türkei braucht dringend an der Zeit ist eine echte sozialdemokratische Partei wie der britischen Labour, American's Democratic Party oder Französisch Sozialistischen Partei, welche anderen Interessen gegen Regierungspartei AKP verteidigen können ..&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Für heute so weit wir können AK-Partei ist zu tun, was die Mehrheit der türkischen Gesellschaft, ihre Wähler aufgefordert, sie endlich Parlamentswahlen sehe. Solange sie den Wunsch der Mehrheit wiedergeben Ich bin ziemlich sicher, dass friedliche Tage und das Ende der türkischen Maskenball näher für die Türkei ist.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;e-mail: istanbul@cafebabel.com&lt;/p&gt;</description>
    
    
    
      </item>
    
  <item>
    <title>Die Türkei – EU und NATO</title>
    <link>http://istanbul.cafebabel.com/de/post/2009/09/09/Die-T%C3%BCrkei-%E2%80%93-EU-und-NATO</link>
    <guid isPermaLink="false">urn:md5:f868405c4b484b409963be070af0d5e1</guid>
    <pubDate>Wed, 09 Sep 2009 23:37:00 +0200</pubDate>
    <dc:creator>Ozi</dc:creator>
            
    <description>    &lt;p&gt;&lt;img src=&quot;http://istanbul.cafebabel.com/public/istanbul/ab-turkey1.jpg&quot; alt=&quot;eu-turkey1&quot; style=&quot;display:block; margin:0 auto;&quot; title=&quot;eu-turkey1, _Feb 2008&quot; /&gt;
Der zukünftige NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen hat dieses Amt auf dem Gipfel in Prag angetreten. Wie Sie wissen, nahm die Türkei diesbezüglich als NATO-Mitglied bis zum Einschreiten des US-Präsidenten Barack Obama eine oppositionelle Haltung ein. Auf seiner ersten Europareise hat der amerikanische Präsident die Türkei nach dem Druck der europäischen Partner überzeugen können, was vielleicht seine erfolgreichste Handlung bei seinem Europabesuch war. Ich habe jedoch ernsthafte Zweifel, dass dies ein langfristiger Erfolg sein wird.
Die oppositionelle Haltung der Türkei gegenüber Rasmussen wurde als simples politisches Manöver betrachtet. Es ist jedoch zweifelhaft, wie erfolgreich Rasmussen in der NATO sein wird, die in Afghanistan ernsthafte Prüfungen bestehen muss und einen noch schwierigeren Kampf vorbereitet. Präsident Obama, dem Sarkozy in einem hysterischen Reflex Unerfahrenheit vorgehalten hat, war sich dieser Tatsache bewusst und wollte vielleicht gerade deswegen auf dem Gipfel in Prag bis zum letzten Augenblick keinen Druck auf die Türkei bezüglich Rasmussen ausüben. Rasmussen ist dafür bekannt, die islamische Welt nicht zu kennen und Terroristen mit Muslimen zu verwechseln. Die Begriffe Islam und Terror werden auch weiterhin in einem Atemzug genannt. Herr Ihsanoğlu, Generalsekretär der Organisation der Islamischen Konferenz, gehört zu den Personen, die die Region vielleicht am besten kennen. In den vergangenen Tagen habe ich Ihsanoğlu nach seiner Meinung gefragt und er sagte mir: „Wenn man einen Posten neu besetzen will, sollte man darauf achten, dass die Person die notwendigen Eigenschaften für diesen Posten mitbringt.“ Die Menschen können sich noch gut an die feindlichen Kampagnen erinnern, die er gegen die muslimische Minderheit im Land geführt hat, um Stimmen zu gewinnen.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Der Fehler, den Rasmussen während der Karikatur-Krise als NATO-Generalsekretär gemacht hat, kann zu der Schwierigkeit führen, aus dem Bündnis nicht wieder hinauszukommen. Das wünschen wir natürlich nicht.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Ministerpräsident Erdoğan wurde von Nicolas Sarkozy, der sich für den Inhaber der EU hält, und Merkel scharf kritisiert, weil er seine Einwände bezüglich Rasmussen zur Sprache gebracht hat. Staatsoberhäupter wie Merkel und Sarkozy haben es auch nicht versäumt, diese Haltung der Türkei zum Gegenstand der Innenpolitik zu machen. Beide Staatsführer, die im Kampf gegen die Wirtschaftskrise weder ihren Ländern noch der EU irgendeinen Nutzen bringen, haben dieses Thema plötzlich als Motiv bei ihrem Treffen gegen eine EU-Mitgliedschaft der Türkei aufgegriffen. Darüber hinaus haben sie diese Angelegenheit auch zum Gegenstand ihrer Kampagnen zur Wahl des Europaparlaments gemacht, die im Juni stattfinden werden.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Wie Bertrand Delanoe, Bürgermeister von Paris, gesagt hat, ist es wirklich eine sehr bedauerliche und tragische Situation, dass die Mitgliedschaft der Türkei zum Gegenstand der Wahlen des Europaparlaments gemacht wird. Es ist für Europa im Kampf gegen die Wirtschaftskrise das größte Pech, dass seine politischen Führer den Beitrittsprozess der Türkei für so niedere Ambitionen opfern. Dieses Verhalten, das Frankreich und Deutschland gegen die Türkei an den Tag gelegt haben, hat in Ankara traumatische Ereignisse zur Folge. Die Regierung, die sich von der EU entfernt nicht, sagt nichts, wenn in einer Polizeischule in Başakşehir eine Gasbombe geworfen wird. Egemen Bağış, der für die Verhandlungen mit der EU verantwortlich ist, sieht es nicht als bedenklich an, zu sagen, dass es in der Türkei kein Kurdenproblem gibt.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Die Begeisterung all derjenigen, die engere Beziehungen zur EU entwickeln möchten, wird auf diese Weise zu Nichte gemacht… Die Türkei, die sich zusammen mit der EU an der Entwicklung einer stabileren Struktur in Kaukasien, das die russische Gefahr im Nacken spürt, und im Mittleren Osten, der einem Pulverfass ähnelt, beteiligen möchte, wird von den europäischen Partnern in diesem Kampf alleine gelassen.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Eine Mitgliedschaft der Türkei in der Europäischen Union ist natürlich wichtig, aber die europäischen Wähler müssen sich darüber im Klaren sein, dass dies für die Türkei nicht lebenswichtig ist. Es gibt keine türkische Gesellschaft, die denkt‚ wenn die Türen offen sind, gehen wir alle nach Europa, um dort zu arbeiten’, so wie es der europäischen Gesellschaft immer wieder dargestellt wird. Wenn die Türkei bestimmte Bedingungen für eine EU-Mitgliedschaft erfüllt hat, ist das eine Tatsache, die möglicherweise eintreten kann, und die Türkei ist sich dessen bewusst. Das heißt, der Tag, an dem über die EU-Mitgliedschaft der Türkei entschieden wird, ist ein Tag, an dem die Türkei in demokratischer und wirtschaftlicher Hinsicht den europäischen Durchschnitt erreicht hat. Über diese Mitgliedschaft entscheidet aber nicht Europa alleine. Die vorhandenen Umfragen zeigen, dass auch, wenn die Europäer ‚ja’ sagen, die Wahrscheinlichkeit, dass die türkische Gesellschaft ablehnt, recht hoch ist. Das bedeutet, dass es keinen türkischen Arbeiter gibt, der mit geflickter Hose vor der Tür der EU steht, so wie es in den beliebten und heiteren Karikaturen dargestellt wird. Am Tisch sitzt die Türkei als gleichwertiger Partner gegenüber und die Verhandlungen sollten in diesem Rahmen verlaufen.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Die Türkei ist in der unruhigen Region, in der sie sich befindet, um die Herstellung eines Friedens bemüht. Die europäischen Staatsführer sollten sich von der Angst der Wahlen am 7. Juni befreien und diese Bemühungen unterstützen. Das Erreichen einer Stabilität in der Region, die Normalisierung der Beziehungen zwischen der Türkei und Armenien, die Herabsetzung der Abhängigkeit Eriwans von Russland, die Gewährleistung, dass Aserbaidschan in diesem Gefüge seinen Platz einnimmt, die nukleare Frage des Irans und die Lösung des Problems zwischen Israel und Palästina ist sowohl im Interesse der Türkei als auch im Interesse der USA und der EU. Wenn man nicht aufhört, sich mit den unwichtigen Themen zu beschäftigen, während derart wichtige Themen auf der Tagesordnung stehen, werden große Gelegenheiten einfach so verstreichen.&lt;/p&gt;



&lt;p&gt;''Ozcan Tikit
ozcantikit@cafebabel.com''&lt;/p&gt;</description>
    
    
    
      </item>
    
  <item>
    <title>Istanbuler Gay Pride. Ausnahmezustand</title>
    <link>http://istanbul.cafebabel.com/de/post/2008/06/30/Istanbuler-Gay-Pride-Ausnahmezustand</link>
    <guid isPermaLink="false">urn:md5:c830f442742fc798d1542a33c00d730e</guid>
    <pubDate>Mon, 30 Jun 2008 11:59:00 +0200</pubDate>
    <dc:creator>Dorte</dc:creator>
            
    <description>    &lt;p&gt;Dorte HUNEKE&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Es war ein fröhliches Spektakel. Trotz ernster Lage.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;img src=&quot;http://farm4.static.flickr.com/3094/2621653026_47c31910f0_m.jpg&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Am Sonntag wurde vom Taksim-Platz aus eine riesige Regenbogenfahne die İstiklal Caddesi (&quot;Unabhängigkeitsstraße&quot;) hinunter getragen. Tag der Gay Pride Parade - bunt, voll, laut und außergewöhnlich.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;img src=&quot;http://farm4.static.flickr.com/3001/2621653062_47b0bf81af_m.jpg&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;img src=&quot;http://farm4.static.flickr.com/3231/2621653042_8a7c0571aa_m.jpg&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Drumherum erstaunte Passanten, die sich häufig ein Kichern nicht verkneifen konnten. Schwullesbischem begegnet der durchschnittliche Türke mit Fassungslosigkeit. Im äußersten Falle mit &lt;a href=&quot;http://jungle-world.com/artikel/2007/50/20859.html&quot;&gt;Gewalt&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Denn &lt;a href=&quot;http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/0,1518,500029,00.html&quot;&gt;im normalen türkischen Leben hat Schwulsein keinen Platz&lt;/a&gt;. Es sei denn, man kann es sich leisten, anders zu sein. Diejenigen, die es sich leisten können, sind in der Regel Sänger, Künstler, Stararchitekten, Modedesigner. Andere scheren aus dem bürgerlichen Leben aus und arbeiten als Prostituierte. Oder sie spielen das bürgerliche Leben mit, werden den Ansprüchen von Familie und Arbeitswelt gerecht – und heiraten. Pro forma. Was sie under cover am Wochenende oder freien Abenden machen, steht auf einem anderen Blatt.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;img src=&quot;http://farm4.static.flickr.com/3236/2621653008_50d6bffdf5_m.jpg&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Damit Schwule und Lesben in der Türkei nicht zwangsläufig ins gesellschaftliche Abseits geraten, wurde 1993 „&lt;a href=&quot;http://www.lambdaistanbul.org/php/lambda.php?key=informatio&quot;&gt;Lambda Istanbul&lt;/a&gt;“ gegründet, die größte und wichtigste schwullesbische Menschenrechtsorganisation mit Sitz im Istanbuler Stadtteil Beyoğlu, seit zwei Jahren mit Vereinsstatus.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Bis zum 29. Mai 2008. An jenem Tag verbot ein Istanbuler Zivilgericht die Aktivitäten des Vereins. Lambda verstoße mit seinen Aktivitäten gegen türkisches Gesetz und türkische Moral – und gegen Artikel 41 der türkischen Verfassung, in welchem der „Frieden und das Wohl der Familie“ geregelt sind. Das Statement von Lambda hierzu: „Wir interpretieren diese Vorfälle so, dass derzeit existierende lesbischschwule Organisationen in der Türkei – ob als Initiativen oder registrierte Vereine – in die Illegalität gedrängt werden sollen. Anstatt ihre Existenz zu akzeptieren und ihre Grundrechte zu sichern, haben sich staatliche Institutionen entschlossen, lesbischschwule Menschen zu verurteilen, in dem ihnen ihre Versammlungsfreiheit genommen wird.“&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Gegen das Urteil legt Lambda Istanbul Berufung ein. Unterstützung kommt unter anderem vom deutschen &lt;a href=&quot;http://www.lambda-bb.de/&quot;&gt;Jugendnetzwerk Lambda Berlin-Brandenburg e. V.&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;</description>
    
    
    
      </item>
    
  <item>
    <title>„Kardeşlik über alles!“</title>
    <link>http://istanbul.cafebabel.com/de/post/2008/06/25/Ja-genau%3A-Kardelik-uber-alles2</link>
    <guid isPermaLink="false">urn:md5:2fac7f9c27dc80f5bed883eda5c95fd1</guid>
    <pubDate>Wed, 25 Jun 2008 14:12:00 +0200</pubDate>
    <dc:creator>Dorte</dc:creator>
            
    <description>    &lt;p&gt;Dorte HUNEKE&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&quot;Brüderlichkeit über alles&quot; - mit dieser Überschrift geht die türkische Hürriyet ins Spiel.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;img src=&quot;http://farm4.static.flickr.com/3121/2609647329_d3d3c1be3a_m.jpg&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Hoffen wir also, dass nach dem Spiel die Stimmung ebenso friedlich ist.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Die Deutschtürken, die ich in Istanbul, Antalya und Alanya befragt habe, zu wem sie denn halten, sind geteilter Meinung: Deutschland! Nein, Türkei!&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Und die Deutschen in der Türkei?  Ebenfalls halbe, halbe.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Meine kurdischen Freunde sind eher verhalten. Die nationalistischen Töne sind eben nicht ganz zu überhören. Da kommen dann auch so Vokabeln wie Türkentum nicht zu kurz.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Die türkische Mannschaft kann gewinnen. Hoffentlich kann sie das auch, ohne sich im triumphalen Nationalstolz zu verlieren. Die türkische Mannschaft kann verlieren. Bir sey degil. Dann - so heißt es - gehen wir nach dem Spiel eben einfach schlafen.&lt;/p&gt;</description>
    
    
    
      </item>
    
  <item>
    <title>Türkei-Deutschland. Die Begegnung.</title>
    <link>http://istanbul.cafebabel.com/de/post/2008/06/23/Turkei-Deutschland-Die-Begegnung</link>
    <guid isPermaLink="false">urn:md5:fa7ff0853f7e2b1fd169cb623b62c469</guid>
    <pubDate>Mon, 23 Jun 2008 14:08:00 +0200</pubDate>
    <dc:creator>Dorte</dc:creator>
            
    <description>    &lt;p&gt;Dorte HUNEKE&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Ein paar Stunden noch. Dann spielt die Türkei im Viertelfinale der Euro 2008 gegen Deutschland. Am Freitag habe ich noch den Türken die Daumen gedrückt, den kurzen Moment der Niederlage gegen Kroatien durchlitten, beim Gegentor gejubelt, beim Elfmeterschießen gezittert.
&lt;img src=&quot;http://farm3.static.flickr.com/2111/2595784333_a9bb8cb64a_m.jpg&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Dann - nach dem Elfmeterschießen und spontanem Jubel - guckten meine deutsche Freundin und ich einander an: Herrjeh! Was machen wir denn nun am Mittwoch?!&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;img src=&quot;http://farm4.static.flickr.com/3066/2603340409_2600a41117_m.jpg&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Am Mittwoch wird es anders sein. So sehr ich die Türken, die Türkei und meinen türkischen Freund liebe … der vorsichtshalber das Land verlassen hat, Geschäftsreise ...&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;In Deutschland (Oberhausen etc.) wurden einige Public-Viewing-Bühnen geschlossen – aus Sicherheitsgründen. Anderswo versichert man sich, wie „hübsch“ und „spannend“ es sei, dass „wir“ nun gegeneinander spielen. Deutsch-Türkische Organisationen bieten gemeinsame Fernsehabende an. Großes Kino. Hoffentlich hält die Integration das aus.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Wie steht's hier um die Freundschaft? Die Deutschen wohnen über die Stadt verstreut. Und viele halten ohnehin zur Türkei.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;In der Türkei hat das Public-Viewing-Fieber noch nicht um sich gegriffen. Wir schauen das Spiel also in einer Bar. Viele meiner türkischen Freunde gucken zu Hause. Nie allein! Aber auf dem Sofa.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Mein persönlicher Star des Turniers (gleich nach Philipp Lahm), Hamit Altintop, hat in einem &lt;a href=&quot;http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,561417,00.html&quot;&gt;Interview&lt;/a&gt; zu Spiegel Online gesagt: „Wissen Sie, was ich mir wünsche? Klar sollen die auf die Straße stürmen und feiern, gerne auch mit Fahnen. Aber alles im Rahmen. Die sollen unsere Siege feiern und nicht die Niederlage unserer Gegner. Das muss man trennen können. Außerdem bedeutet feiern nicht, die Straße drei Stunden lang zu blockieren. Es ist schön, einfach nur zu beobachten, wie sich die Leute vor Freude in den Armen liegen.“&lt;/p&gt;</description>
    
    
    
      </item>
    
  <item>
    <title>Istanbul On Line</title>
    <link>http://istanbul.cafebabel.com/de/post/2008/06/04/Istanbul-On-Line</link>
    <guid isPermaLink="false">urn:md5:b6afcb3f47173611a35b7398d756359c</guid>
    <pubDate>Wed, 04 Jun 2008 09:10:00 +0200</pubDate>
    <dc:creator>Dorte</dc:creator>
            
    <description>    &lt;p&gt;Jana MENDE&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Wenn man zum ersten Mal nach Istanbul kommt, ist die Stadt ein großes Gewimmel, Straßengewirr, Menschenmassen, Stimmenwirrwarr. Je länger man in ihr lebt, desto klarer bilden sich einzelne Wege heraus, die Plätze und Cafés, die man täglich besucht. Die Stadt wird kleiner. Und doch fühlt man, dass abseits des täglichen Lebens, das man in Beyoglu, in Besiktas oder Nisantasi führt, eine Metropole lebt und wächst.
Um die Größe und Ausdehnung Istanbuls am eigenen Leib zu erfahren, oder vielmehr zu ergehen, starteten wir, einige Architekturstudenten, Künstler und andere Istanbulinteressierte, das Projekt, Istanbul auf einer geraden Linie von West nach Ost zu durchqueren. Wir waren eine multinationale Gruppe von 8 Leuten, geführt von dem Linienverantwortlichen Markus Jeschaunig, der die Idee zu diesem urbanen Abenteuer hatte.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;img src=&quot;http://farm3.static.flickr.com/2130/2549883393_7d0d40e567_m.jpg&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;
Nach etlichen Vorbereitungen: GPS-Gerät leihen, Fischerboot mieten, herausfinden, wie man militärische Sperrzonen durchqueren kann (gar nicht!), brachen wir an einem Morgen im Februar 2007 gegen 8h früh von unserem Startpunkt nahe des Atatürk-Flughafens auf.
Die Linie misst 26 km und führt über den 41. Längengrad mit der Hagia Sophia als Mittelpunkt bis zum Vorort Ümraniye im asiatischen Teil der Stadt .&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;img src=&quot;http://farm4.static.flickr.com/3176/2549883395_78e4d21bb1_m.jpg&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Wir brauchten drei Tage, um die Linie zu ergehen und legten dabei fast 40 km Fußmarsch zurück, denn man kann natürlich nicht einfach auf einer geraden Linie durch Istanbul spazieren: Häuser, Gärten, die Efesbrauerei, der Bosporus – all diese Hindernisse mussten umgangen werden. Auf unserem Weg machten wir die Linie sichtbar, indem wir Samen streuten, die hoffentlich erblüht sind. Wir tauschten Gegenstände mit den Menschen, die uns on Line begegneten: so erhielten wir für einen Kompass einen Ring, dafür eine Kette, dann noch eine Kette usw. usf. am Schluss jedenfalls besaßen wir ein kleines Taschenmesser.
Mit diesen kleinen Projekten gelang es, Menschen näher kennen zu lernen, die Linie bekam eine Persönlichkeit, die sich aus den Geschichten und Figuren zusammen setzt, die wir dort getroffen haben.
In einem Workshop danach entstand eine Karte, die die verschiedenen Erfahrungen und Erkenntnisse der Linie zusammenfassen soll. Mit Fotos, Texten und der on-Line-Karte  wollen wir unsere Erfahrungen teilen und auch für andere erlebbar machen.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;img src=&quot;http://farm4.static.flickr.com/3260/2549886071_da784512ce.jpg?v=0&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;img src=&quot;http://farm4.static.flickr.com/3173/2549886067_f243d8da99_m.jpg&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Istanbul ist eine sehr komplexe Stadt und Linewalking bietet eine gute Struktur, ihr nahe zu kommen, aber dabei nicht den Überblick zu verlieren.&lt;/p&gt;



&lt;p&gt;Jana Mende war von September 2006 bis Juli 2007 in Istanbul.
Für weitere Informationen und die Istanbul-online- Karte: http://8ung.at/jesh/&lt;/p&gt;</description>
    
    
    
      </item>
    
  <item>
    <title>Heiß, humorvoll - und jetzt geschlossen. Das Ende einer türkischen Erotik-Zeitung</title>
    <link>http://istanbul.cafebabel.com/de/post/2008/05/04/Die-erotische-Stimme-der-Turkei-verstummt</link>
    <guid isPermaLink="false">urn:md5:2258c5245a98cf95679b5c7716c70eb3</guid>
    <pubDate>Sun, 04 May 2008 12:01:00 +0200</pubDate>
    <dc:creator>Dorte</dc:creator>
            
    <description>    &lt;p&gt;Cafebabel, Istanbul&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Die einzige Erotik-Zeitung der Türkei, BULVAR, wurde eingestellt. Grund waren&lt;img src=&quot;http://istanbul.cafebabel.com/public/istanbul/016.jpg&quot; alt=&quot;bulvar&quot; style=&quot;float:right; margin: 0 0 1em 1em;&quot; /&gt; Entschädigungsklagen. BULVAR, auf seine Art einzigartig in der türkischen Mediengruppenlandschaft, war eine 'Barackenzeitung', ein Heft für Soldaten, bekannt für einen heißen und humorvollen Stil. Die tägliche Auflage lag bei rund 40.000. Zehn Mitarbeiter bastelten die gesamte Zeitung zusammen und medyatava.com zufolge war es die einzige Zeitung, die - aufgrund von Anzeigen aus der Erotik-Branche - ihre eigenen Unkosten decken konnte.&lt;/p&gt;</description>
    
    
    
      </item>
    
  <item>
    <title>Beine, Köpfe &amp; der 1. Mai auf dem Istanbuler Taksim-Platz</title>
    <link>http://istanbul.cafebabel.com/de/post/2008/05/01/Beine-Kopfe-und-der-1-Mai-auf-dem-Istanbuler-Taksim-Platz</link>
    <guid isPermaLink="false">urn:md5:965cdc27ed1e131186c0e9f24c92b38c</guid>
    <pubDate>Thu, 01 May 2008 11:57:00 +0200</pubDate>
    <dc:creator>Dorte</dc:creator>
            
    <description>    &lt;p&gt;&lt;img src=&quot;http://istanbul.cafebabel.com/public/istanbul/1_MAI-S.jpg&quot; alt=&quot;1 MAI&quot; style=&quot;display:block; margin:0 auto;&quot; /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Özcan TIKIT&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Bei den 1.Mai-Demonstrationen im Jahre 1977 wurden in Istanbul 35 Menschen getötet und 127 Demonstranten verletzt. Heute sind auf dem Istanbuler Taksim-Platz erneut Horror-Szenarien zu erwarten. Wir sollten an diesem Tag die Augen auf Istanbul richten. Während die Gewerkschaften und zahlreiche NGOs darauf bestehen, den 1. Mai als Tag der Arbeit in Taksim zu feiern, warnte der Istanbuler Gouverneur Muammer Güler die Gewerkschaftsführer davor, am 1. Mai zum Taksim-Platz zu marschieren. Sollten die Gewerkschaften und ihre Anhänger sich auf dem Taksim-Platz versammeln, würden 16.000 Polizisten eingreifen und sie aufhalten, erklärte Güler.
&lt;img src=&quot;http://istanbul.cafebabel.com/public/istanbul/./.1_MAI-1_s.jpg&quot; alt=&quot;1 MAI 1&quot; style=&quot;float:left; margin: 0 1em 1em 0;&quot; /&gt;Das Vorhaben der Gewerkschaften, am 1. Mai, dem Tag der Arbeit und der Solidarität, in Taksim zu demonstrieren, sei eine illegale Veranstaltung, sagte Güler, der auf Geheimdienstberichte verweist, aus denen hervorgehe, dass terroristische Gruppierungen für den 1. Mai Angriffe auf Polizisten mit Schusswaffen planten. Die Polizei werde es nicht zulassen, so Güler weiter, dass Terroristen von einer solchen Gewalt Gebrauch machten.
Irgendwer sollte Güler erklären, dass er, wenn er derartige Warnungen erhält, gegen terroristische Aktivitäten vorgehen soll – aber es kann keine Lösung sein, Gewerkschaften und Studierenden zu drohen, wenn es darum geht, Terrorismus zu bekämpfen.
Es ist nicht die erste Warnung, die Güler ausspricht. Auch im letzten Jahr gewährte er den Gewerkschaften nicht das Recht auf dem Taksim-Platz zu demonstrieren. Das Ergebnis seiner Anordnung war, dass im vergangenen Jahr Tausende von Einsatzkräften Arbeiter und Studierende angriffen, etliche Aktivisten wurden verletzt. Taksim wurde zu einer Chaos-Szenerie.
Kurz vor Gülers Warnung an die Gewerkschaften, erklärte Premier Recep Erdoğan, der Tag, an dem die Beine zum Kopf würden, sei der Tag des jüngsten Gerichts. Etliche Politiker und Gewerkschafter kritisierten Erdoğan für diese missglückte Aussage. Es scheint notwendig, Erdoğan daran zu erinnern, dass er ehemals ein Bein des Systems war – heute ist er der Kopf.
Die Demokratie ist ein Regime, wo die Beine zum Kopf werden können. Erdoğan sollte deshalb noch einmal in sich gehen und sich bei den „Beinen“, den wahren Gründern und Säulen der demokratischen Republik Türkei, entschuldigen. Die AKP-Regierung und Erdoğan selbst sollten sich nicht nur dann an die Demokratie und Menschenrechte erinnern, wenn es darum geht, ihre eigene Partei vor einer Sperrung zu bewahren, denn die Demokratie sollte jeden einzelnen Tag in der Türkei Priorität genießen.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Aus dem Englischen von Dorte HUNEKE&lt;/p&gt;</description>
    
    
    
      </item>
    
  <item>
    <title>Fremd in der Heimat</title>
    <link>http://istanbul.cafebabel.com/de/post/2008/04/26/Fremd-in-der-Heimat</link>
    <guid isPermaLink="false">urn:md5:0435bd6fdf1fe072bbfc82b3ee8b8561</guid>
    <pubDate>Sat, 26 Apr 2008 18:26:00 +0200</pubDate>
    <dc:creator>Dorte</dc:creator>
            
    <description>    &lt;p&gt;Von MÜJGAN, Istanbul&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Ich war kaum 14, als meine gesamte Familie zurück in die Heimat zog, ins Heimatland Türkei. Zurück? Für mich war es kein &quot;Zurück&quot;. Mein Zurück konnte nur Deutschland sein. Doch jetzt war ich in einem fremden Land, das ich einzig von ein paar Urlaubsreisen kannte. Ein Land, dessen Sprache ich kaum sprach und wo das alltägliche Leben für mich ungewohnt verlief.&lt;/p&gt;


&lt;pre&gt;&lt;img src=&quot;http://farm4.static.flickr.com/3095/2445696458_56492d1f27_m.jpg&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;/pre&gt;


&lt;p&gt;Mit gerade einmal 14 Jahren hatte ich jedoch nicht das Recht, für mich selbst zu entscheiden. So kam ich nun also in ein Land, in dem man mich als &quot;Almancı&quot; bestaunte, und zwar bereits am Tag unseres Umzugs in die kleine Stadt unweit von Istanbul.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;In Deutschland eine Türkin – hier wurde ich zur Almancı. Wenigstens konnte man mir dies hier nicht gleich ansehen, im Gegensatz zu meiner ethnischen Andersartigkeit in Deutschland.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Ja, bestaunt wurde man und wohl zu Recht fühlte ich mich manchmal, wenn wieder einmal jemand mein gebrochenes, neu erlerntes Türkisch hören wollte, wie ein Zirkusaffe, der seine Kunststücke vorführen musste. Und man kringelte sich, wenn ich Fehler machte oder das meiste der Unterhaltungen nicht verstehen konnte.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Auch deshalb wurde ich in der Schule zwei Jahre zurückversetzt. Als ob das Nichtbeherrschen der Sprache auch das Wissen beschränkte!&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Ich kann mich nur zu gut an meinem ersten Tag in der türkischen Schule erinnern. Die erste Unterrichtsstunde: Sozialwissen. Die Schüler sind in der Prüfung. Ich werde in eine Bankreihe gewiesen, muss aber nicht an der Prüfung teilnehmen. Still, etwas ängstlich wegen der Fremde, sitze ich da. Kaum schaue ich zu meiner Tischnachbarin, faucht mich die Lehrerin an. Ich verstehe nicht alles, was sie sagt, auch nicht, warum sie so böse mit mir ist, doch soweit ich etwas verstehen kann, geht es darum, dass sie denkt, ich hätte meiner Tischnachbarin einen Spickzettel zugesteckt. Ich kann kaum die Sprache sprechen, aber schon stecke ich in einer Verschwörung. Ich versuche, mit meinen Türkischbrocken zu erklären, dass ich noch nicht mal weiß, was überhaupt der Unterrichtsstoff ist und ich keinen Spickzettel schreiben kann. Doch die Lehrerin hört gar nicht zu und pfeffert mir eine runter. Mit roter Wange setze ich mich wieder hin.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Auch eine Gewohnheit, an die ich mich nicht so schnell gewöhnen konnte: dass man beim Sprechen im Unterricht aufstehen muss. Übersah der Lehrer denn ansonsten den Sprecher? Oder war das Sprechen beim Stehen gesünder? Solche Fragen durfte man nicht stellen...
Auch dass man schnell eine Backpfeife bekommen konnte, war neu.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Ganze 25 Jahre sind vergangen. Ein Vierteljahrhundert. Trotzdem fühle ich mich in vieler Hinsicht noch deutsch. Viele wundern sich, dass sie keinen deutschen Akzent aus meinem Türkisch heraushören können – ich habe mir damals wahnsinnige Mühe gegeben, nach all den Hänseleien, die Sprache schnell und gut zu beherrschen. Wenn ich sage, dass ich zu 40 % Deutsche bin, befragt man mich gleich nach meinen Eltern. In letzter Zeit habe ich es auch aufgegeben zu erklären, warum ich 40 % Deutsche bin, obwohl meine Eltern beiderseits türkischer Herkunft sind. Jetzt sage ich direkt, mein Großvater sei Deutscher. Das kann ganz schön praktisch sein.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Vollständig gehöre ich zu keinem der zwei Länder – das steht fest. Ich stehe eher als Hybrid zwischen beiden. Auch wenn ich zu 60 % türkisch bin, fühle ich mich fremd hier. Was auch gut ist, denn es gibt mir die Möglichkeit, eine Art Distanz zu halten, dieses Land mit einer gewissen Entfremdung zu sehen. Eine Entfremdung, die mir auch beim Schreiben hilft. Wie könnte ich sonst diesen Text verfassen?&lt;/p&gt;</description>
    
    
    
      </item>
    
  <item>
    <title>Rehn: EU-Beitritt der Türkei in 10-15 Jahren, falls...</title>
    <link>http://istanbul.cafebabel.com/de/post/2008/04/25/Rehn%3A-EU-Beitritt-der-Turkei-in-10-15-Jahren</link>
    <guid isPermaLink="false">urn:md5:c6aa64818f898af5643c2238d1c969aa</guid>
    <pubDate>Fri, 25 Apr 2008 11:01:00 +0200</pubDate>
    <dc:creator>Dorte</dc:creator>
            
    <description>    &lt;p&gt;&lt;img src=&quot;http://istanbul.cafebabel.com/public/istanbul/OlliRehn.jpg&quot; alt=&quot;olli rehn&quot; style=&quot;display:block; margin:0 auto;&quot; /&gt;EU-Erweiterungskommissar Olli Rehn sagte der deutschen Tageszeitung &quot;Die Welt&quot;: Ich erwarte, dass die Türkei in zehn bis 15 Jahren EU-Mitglied werden kann, falls sie ihren Reformkurs konsequent weiterverfolgt.&quot; Rehn erklärte gegenüber der &quot;Welt&quot; zudem, die EU beabsichtige, in den Beitrittsverhandlungen mit der Türkei im Juni zwei weitere Kapitel zu eröffnen. Die Türkei gehe derzeit durch eine Phase, die seit Beginn der Beitrittsverhandlungen 2005 nicht kritischer war. &quot;Es ist wichtig, so Rehn, &quot;dass sich die EU gerade auch in kritischen Zeiten zur Beitrittsperspektive der Türkei bekennt. Das setzt allerdings voraus, dass die Türkei ihren Reformkurs glaubhaft weiterverfolgt.&quot; Ein Verbot der regierenden Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP) werde dem Reformprozess schaden, erklärte Rehn. &quot;Jedes europäische Land, das Werte wie Demokratie und Rechtsstaatlichkeit respektiert, kann sich laut neuem EU-Vertrag bewerben. Das bedeutet aber nicht, dass wir jedes Land akzeptieren müssen. Andererseits wäre es falsch, die Tür für immer zuzuschlagen, indem wir einen Strich auf der Landkarte ziehen oder einen neuen Vorhang errichten. Wir dürfen die Grenzen Europas nicht für die Ewigkeit festlegen. Damit würde die EU strategische Optionen verspielen.&quot;&lt;/p&gt;</description>
    
    
    
      </item>
    
  <item>
    <title>Blog uns was</title>
    <link>http://istanbul.cafebabel.com/de/post/2008/04/15/Blog-uns-was</link>
    <guid isPermaLink="false">urn:md5:e4f6c52eb10b6ef22fb86cb0224842eb</guid>
    <pubDate>Tue, 15 Apr 2008 11:43:00 +0200</pubDate>
    <dc:creator>Dorte</dc:creator>
            
    <description>    &lt;p&gt;istanbul.Cafebabel.com/de sucht Leute, die etwas zum Blog beisteuern wollen.
&lt;img src=&quot;http://farm3.static.flickr.com/2375/2415187841_8f9658f194_m.jpg&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;
Bist Du AustauschstudentIn am Bosporus? Arbeitest Du in der einzigen Stadt der Welt, die auf zwei Kontinenten liegt? Was bewegt Dich in Deinem Leben zwischen Europa und Asien? Was denkst Du über Europa - und einen Beitritt der Türkei zur EU? Teile Deine Eindrücke, Sorgen und Hoffnungen mit uns!&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Zum Beispiel auch zu den folgenden Themen:&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;
&lt;li&gt;Studieren in Istanbul&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Aus Deutschland ins Land meiner Eltern&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Weiblich, jung &amp;amp; in Istanbul&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

&lt;p&gt;Schreib an d.huneke@cafebabel.com.&lt;/p&gt;</description>
    
    
    
      </item>
    
  <item>
    <title>Verschnufte EU-Begeisterung der Türkei</title>
    <link>http://istanbul.cafebabel.com/de/post/2008/04/14/Das-Herz-der-Turkei</link>
    <guid isPermaLink="false">urn:md5:61b657ace7d70e2229a1937b1034777f</guid>
    <pubDate>Mon, 14 Apr 2008 16:46:00 +0200</pubDate>
    <dc:creator>Dorte</dc:creator>
            
    <description>    &lt;p&gt;Die Türkei betrachte die EU als eine Art Diät-Trainer, erklärte am Wochenende ein hochrangiger Vertreter der regierenden AKP vor einer Gruppe von Journalisten. Ein interessantes Bild, wenn man es einmal zu Ende denkt. &lt;img src=&quot;http://farm4.static.flickr.com/3248/2412852479_21bf228deb.jpg?v=0&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;
Der Gedanke, dass die EU-Anwartschaft eine gesundheitsförderliche Wirkung hat, ist keineswegs neu oder überraschend. Die Diskussion um den EU-Beitritt der Türkei führt seit einiger Zeit die These im Schlepptau, der Verhandlungsprozess habe der Türkei bereits unzählige Besserungen beschert, und zwar ganz unabhängig davon, wie die Frage der Mitgliedschaft am Ende entschieden werde.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Worum geht es aber? Um den Weg oder das Ziel?&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Viele Etappenziele wurden bereits erreicht. Die Türkei hat in den vergangenen Jahren einen großen Reformeifer an den Tag gelegt. Fraglich ist jedoch: Warum ist dieser Eifer in jüngster Zeit erlahmt?&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Von Seiten türkischer Politiker lautet die Antwort darauf in der Regel – zumindest gegenüber europäischen Journalisten –, die türkische Bevölkerung und mithin die politische Riege sei von der EU enttäuscht, es gebe momentan wenig Anreiz, die Reformen mit dem gleichen Eifer weiter zu verfolgen. Stellt sich nur die Frage: wofür – oder besser: für wen – eigentlich der ganze Aufwand in der Vergangenheit? Um den Europäern einen Gefallen zu tun? Das kann es ja wohl nicht sein. Jedenfalls wäre das kaum im Sinne der Erfinder.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Europa ist ein gutes Rezept. Demokratie ist gut. Souveränität ist gut – und im Staatenbund besser. Diesen Standpunkt vertrat am Wochenende jener AKP-Repräsentant, der mit seinen zwei Kindern zwar nicht ganz ins &lt;a href=&quot;http://www.sueddeutsche.de/ausland/artikel/270/162817/&quot;&gt;Parteischema&lt;/a&gt; passt, mit einer Ehefrau ohne Kopftuch aber so manches besorgte Gemüt beruhigt. So passt es wieder. Tatsächlich wirkt, angesichts der multikulturell aufgestellten Partei, der Vorwurf einer „hidden agenda“ absurd. Hoffentlich ist dies auch bis in die Wählerschichten durchgedrungen.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Auf der nicht mehr parteipolitischen Zugehörigkeitsebene schmieden sich unterdessen neue, durchaus überraschende Koalitionen. Z. Damla Gürel, ehemals CHP-Abgeordnete und leidenschaftliche Stöckelschuhträgerin, die ihrem ehemaligen Parteivorsitzenden Deniz Baykal ein paar Mal zu heftig Contra gegeben hat und deshalb bei der letzten Wahl nicht mehr aufgestellt wurde, ist seit einer Woche die EU-Beraterin des Staatspräsidenten Abdullah Gül, ehemals Außenminister der AKP. Wenn hier tatsächlich Meinungen aus verschiedenen Lagern zusammenfließen, ist das zweifelsohne zu begrüßen.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Der Weg der Türkei nach Europa ist – nach Ansicht der AKP-Oberen sowie zahlreicher EU-Vertreter in Brüssel – gesund. (Ungesund wäre nach der Auffassung einer großen Mehrheit auf allen Seiten hingegen, wenn die Verhandlungen zu einem abrupten Ende kämen. Für diesen Fall gibt es verschiedene Schreckensszenarien: die Türkei islamisiert oder russifiziert sich, Europa wird grauhaarig und arbeitet daran, dem Anklageruf des „Christenclubs“ gerecht zu werden.)&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Das Konzept „Diät“ beinhaltet jedoch, dass man sich beschneidet, vorübergehend auf etwas verzichtet. Eine ausgeprägte Vorliebe des oben genannten AKP-Politikers für eine metaphernreiche Sprache lässt darauf schließen, dass er auch jenes Bild zu Ende gedacht hat. Dann wäre seine Vision von Europa eine, in der die Türkei – durch europäische Prinzipien gestärkt, jung und ökonomisch dynamisch – eine starke, unabhängige Macht neben der EU darstellen wird. Eine Kur endet schließlich im Normalfall nicht damit, dass man den Diät-Berater ehelicht. Wird die Türkei aber den EU-Diät-Plan auch nach Abschluss der Verhandlungen weiter einhalten?&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;In den Augen einer europäischen Beobachterin in der Türkei verstärkt sich jeden Tag mehr der Eindruck, dass die Türkei längst nicht mehr in die EU will – der Ehrgeiz zielt inzwischen darauf, das Angebot zum Beitritt zu bekommen. Fertig.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Genau deshalb lautet die entscheidende Frage: was will die Türkei – und was tut sie möglicherweise nur deshalb, damit die Verhandlungen schneller zu einem Abschluss kommen? Wenn der Reformeifer tatsächlich deshalb erlahmt ist, weil die EU in der Türkei offensichtlich Missfallen ausgelöst hat, die Türkei sich nicht mehr willkommen fühlt, könnte dies in der Tat ein Gesundheitsrisiko für Europa darstellen. Dann wäre erst einmal zu diskutieren: was will die Türkei eigentlich selbst, tief im Inneren ihres Herzens?&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Dorte HUNEKE&lt;/p&gt;</description>
    
    
    
      </item>
    
  <item>
    <title>Türkische emotionale Intelligenz</title>
    <link>http://istanbul.cafebabel.com/de/post/2008/04/06/Turkische-emotionale-Intelligenz</link>
    <guid isPermaLink="false">urn:md5:0e271a74f764ec9190f9b64a39b050c1</guid>
    <pubDate>Sun, 06 Apr 2008 00:53:00 +0200</pubDate>
    <dc:creator>Dorte</dc:creator>
            
    <description>    &lt;p&gt;Die EU hat der Türkei das Gefühl gegeben, in der EU unerwünscht zu sein, erklärte kürzlich der türkische Außenminister Ali Babacan auf der Wilton-Park-Konferenz in Istanbul, zu der Politiker und Entscheidungsträger verschiedener Länder geladen waren. Die türkische Bevölkerung fühle sich in der Staatengemeinschaft unwillkommen.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Warum muss alles, was mit Europa und der Türkei zu tun hat, immer gleich so gefühlig werden? Auf europäischer Seite sieht das ja kaum anders aus. Da geistert um die Forderungen nach Reformen und diverse Geschichtsanalysen hinsichtlich der Wurzeln Europas eine diffuse Angst vor der Türkei und ihrem osmanischen Erbe.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;img src=&quot;http://farm3.static.flickr.com/2191/2395685526_d1c2530172.jpg?v=0&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;In Europa gibt es zwei Lager: eines, das die Türkei drin haben will und eines, das die Türkei draußen haben will. Beide finden ihre Gründe. In der Türkei gibt es – neben einer kleinen Gruppe notorischer EU-Gegner – eine große Mehrheit, die eine gespaltene Haltung zur EU pflegt. In dieser Gruppe gespaltener Meinungsträger herrscht neben dem grundsätzlichen Wunsch zum Beitritt in die EU das Gefühl der Enttäuschung. Sie wollen im Grunde nach Europa, sind aber das Warten leid und fühlen sich zurückgestoßen. Die sagen: Ach was, die EU brauchen wir nicht. Wenn die uns nicht will, wollen wir die auch nicht. Sie wollen gewollt werden. Ein Fünkchen Hoffnung ist jedoch noch da und lodert zur Flamme auf, wenn man ihm nur einen Krumen Nahrung gibt. Denn die gleichen Leute, die der EU inzwischen die kalte Schulter zeigen, jubeln immer dann, wenn europäische Politiker sich positiv zum Beitritt der Türkei zur EU äußern. Das fühlt sich dann wieder gut an.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Vor einer Woche erklärte der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan vor Studierenden in Sarajevo, sein Land habe „nichts zu verlieren“, wenn die EU sich gegen den Beitritt entscheide. Durch eine Absage an die Türkei würde nur die EU zum Verlierer. Da stellt sich aber doch die Frage, ob und warum die Türkei überhaupt noch einen Grund sieht, sich weiter um eine Aufnahme in den europäischen Staatenbund zu bemühen.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Unterdessen sagte Außenminister Babacan &lt;a href=&quot;http://news.bbc.co.uk/2/hi/europe/7329061.stm&quot;&gt;gegenüber der BBC&lt;/a&gt;, das erhoffte Zusammenkommen der Türkei einer größtenteils muslimische Nation, mit der Europäischen Union sei das größte Friedensprojekt seit dem Zweiten Weltkrieg. Große Worte mit verwirrender Wirkung. Herrscht etwa Krieg, wenn die Türkei nicht schleunigst in die EU aufgenommen wird? Und werden umgekehrt mit dem Beitritt der Türkei in die EU die terroristischen Bedrohungen aufhören und die militärische Terror-Bekämpfung schlagartig eingestellt? Wird der Irak befriedet?&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Wenn die Türkei in die EU will, sollte sie dieses Projekt geschlossen und ehrlich verfolgen, das heißt: auch diesen Wunsch eindeutig zum Ausdruck bringen. Die Inkonsequenz der haut-ab-nehmt-uns-endlich-auf-Haltung ist auf die Dauer wohl kontraproduktiv und strapaziert die Nerven aller Beteiligten. Die Spitzen des Landes konzentrieren einen bemerkenswerten Teil ihrer Energien darauf, sich gegenseitig auf die Füße zu treten, Misstrauen zu säen, einander die Hände zu fesseln, Gefühle statt Vernunft regieren zu lassen, und zwar nicht erst seit dem Verbotsantrag gegen die regierende AKP.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Jenes Chaos, in dem sich die Türkei aufgrund einer akuten innenpolitischen Gefühlslage befindet ist das größere Problem – nicht nur, aber auch – auf dem Weg zur EU. Ein Staatsanwalt und mehrere einflussreiche Bewohner des Landes fühlen sich bedroht. Und ignorieren einfach kurzerhand die Stimme des Volkes.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Für diese Entwicklungen sind die Spitzenvertreter der Türkei nicht nur dem Präsidenten der EU-Kommission Jose Manuel Barroso und dem EU-Erweiterungskommissar Olli Rehn, die am 10. April zu Gesprächen nach Ankara kommen, eine sachliche Erklärung schuldig.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Dorte HUNEKE&lt;/p&gt;</description>
    
    
    
      </item>
    
  <item>
    <title>Was wir verdienen</title>
    <link>http://istanbul.cafebabel.com/de/post/2008/04/04/Was-wir-verdienen</link>
    <guid isPermaLink="false">urn:md5:5e3f50511ef141797fc5e4c68079ca82</guid>
    <pubDate>Fri, 04 Apr 2008 12:32:00 +0200</pubDate>
    <dc:creator>Dorte</dc:creator>
            
    <description>    &lt;p&gt;Nicht zuletzt weil die Regierung gerade über die &lt;a href=&quot;http://istanbul.cafebabel.com/de/post/2008/04/02/Tausende-gegen-die-Sozialreform&quot;&gt;soziale Sicherheit&lt;/a&gt; der Menschen in der Türkei verhandelt, stellt sich die Frage, wie die türkische Bevölkerung eigentlich ihren Lebensunterhalt bestreitet.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;img src=&quot;http://farm4.static.flickr.com/3148/2386495949_ee8888d46e_m.jpg&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Es gibt die einen, die Monat für Monat so viel Geld scheffeln, dass es mich jedes Mal wieder vom Stuhl reißt, wenn ich darauf gestoßen werde: einige Top-Kolumnisten verdienen $ 25.000, Wir reden von US-Dollar. Und wir reden von Monatsgehältern. Dann gibt es die Holding-Besitzer nebst ihrer in der Regel in den Familienunternehmen auf hohen Posten beschäftigten Angehörigen. Womit das Geld, das auf den einzelnen Sektoren erwirtschaftet wird, schon einmal zu schätzungsweise zwei Dritteln verteilt ist. Denn die Megaunternehmer besitzen meist neben Baufirmen und Schokoladenfabriken auch Tankstellen (damit die Zulieferung nicht an andere abgegeben werden muss), Banken (irgendwo muss das Geld ja hin) und Zeitungen (in denen sich günstig Werbung für Erstgenannte schalten lässt). Gefeiert werden sie außerdem einmal im Jahr, weil sie dem Staat Steuern in Millionenhöhe einbringen (ganz oben auf der Liste in diesem Jahr Aydın Doğan mit über 10 Millionen Lira Steuern). In die oberste Gehaltsriege gehören zudem Ärzte, sofern sie nicht an staatlichen Hospitälern beschäftigt sind. Außerdem Politiker und wahrscheinlich all jene, die in deren Gunst stehen. Wer noch? Universitätsprofessorinnen, Anwältinnen jedenfalls nicht.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Dazwischen ist wenig. Ein Großteil (in meinem Umfeld) verdient zwischen 1000 und 2000 YTL im Monat, das sind momentan rund 500 bis 1000 Euro. Einmal abgesehen davon, dass Ausländer (aus dem Westen) häufig das Doppelte bekommen. Ich frage mich bis heute, wie man davon sorgenfrei leben kann in einer Stadt wie Istanbul, die in Sachen Lebenshaltungskosten mit jeder anderen europäischen Großstadt vergleichbar und zweifellos teurer als Berlin ist. Für eine anständige kleine Wohnung im Zentrum der Stadt zahlt man 700 YTL, in den schöneren Gegenden schnell auch das Doppelte. Strom und Gas werden teurer. An höhere Mieten ist für die meisten gar nicht zu denken. Für sie hört der Traum von der eigenen Wohnung da auf, wo sie anfangen in einem festen Job zu arbeiten.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Wirklich dramatisch wird das in vielen Fällen gar nicht empfunden. Denn statt in den eigenen vier Wänden wohnt man zumindest vorübergehend bei den Eltern, Geschwistern, Freunden oder dem Ehepartner. Gemeinsam passt’s dann. Und gemeinsam wohnt und lebt es sich ohnehin schöner.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Das Wunderbare an der türkischen Gesellschaft ist, dass Freunde und Familie sofort und ohne mit der Wimper zu zucken einspringen, wenn jemand knapp bei Kasse ist (sofern er sein Hab und Gut nicht verspielt hat oder es durch Nichtstun ausgegangen ist). Ich habe noch keine Gesellschaft erlebt, die hilfs- und opferbereiter ist als die türkische, wenn jemand akute Geldprobleme hat – weil der Chef ein Gehalt zahlt, das ihm eigentlich schlaflose Nächte bereiten sollte oder man mit dem eigenen Unternehmen bankrott gegangen ist. In kaum einer Gesellschaft landet man bei Ebbe auf dem Konto so sanft – vorausgesetzt man hat gute Freunde oder Familie. Irgendwie wird immer Geld aufgetrieben und verliehen. Angeblich sammeln sogar Hausgemeinschaften Geld für jemanden, der sein Geschäft in den Sand gesetzt hat, sofern er tatsächlich alles gegeben hat, um es ans Laufen zu bringen und solange er sich bemüht zeigt, etwas Neues aufzubauen oder Arbeit zu finden. (Anders als in Deutschland wird der Mut zum unternehmerischen Risiko belohnt, auch wenn es schief geht.)&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Fatalerweise wird die Hilfsbereitschaft aber von denen, die keine anständigen Honorare und Gehälter zahlen wollen, schamlos ausgenutzt. Als Reporterin bei einer der großen türkischen Tageszeitung fängt man – so wurde mir erzählt – mit einem Einstiegsgehalt von 500 bis 800 YTL an (bitte überzeuge mich jemand, dass ich Unrecht habe!). Während es zweifellos bezaubernd ist, dass Freunde und Familie aushelfen, sollte nicht vergessen werden, dass gute Arbeit gutes Geld wert ist - sehr geehrte Chefs und Chefinnen, die Verantwortung liegt bei Euch!&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Höchst irritierend ist zudem die Haltung: Arbeite erst einmal für mich, dann zahle ich Dir später das Geld, das ich für richtig halte. Auch schon erlebt. Über Gehalt lässt sich verhandeln, keine Frage – aber doch bitte im voraus. Das verhandelte Gehalt sollte dann übrigens auch gezahlt werden: mir fallen spontan ein halbes Dutzend Leute ein, die wochenlang auf ausstehende Honorare und Gehälter gewartet und schließlich den Job geschmissen haben. Ihr Geld werden sie wahrscheinlich nie zu sehen bekommen.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;img src=&quot;http://farm4.static.flickr.com/3268/2386495945_92c9e39ef1_m.jpg&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Als Freiberuflerin begegnen mir selbst noch andere Schamlosigkeiten: „Ihre Themen gefallen uns gut. Bitte schreiben Sie für uns etwas dazu. Leider können wir aber für Beiträge von freien Autoren nichts zahlen.“ Das ist – wie ich mir von türkischen Kollegen habe sagen lassen – keineswegs eine Ausnahme in der Medienlandschaft der Türkei (übrigens auch in anderen Ländern, wo aber meiner Erfahrung nach wenigstens die auflagenstarken Zeitungen und Magazine Honorare zahlen; bei kleinen Magazinen, deren Herausgeber trotz glänzender Ideen und bemerkenswertem Printauftritt selbst keine Kohle machen, liegen die Dinge anders).&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;In meinem oben genannten Fall haben wir uns schließlich auf ein lachhaft niedriges Honorar geeinigt – ein Anfang. Leisten kann ich mir den Spaß allerdings nur, solange ich meine anderen Jobs und Aufträge habe, für die ich ein angemessenes Honorar bekommen, von dem ich leben kann. Derweil laufen die Gehaltsverhandlungen weiter. Auf die Frage, wie sich die anderen Autoren die Arbeit leisten können, bekam ich zur Antwort: die meisten haben andere Jobs oder sind reich verheiratet.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Ihr also, meine lieben reich verheirateten Damen, die Ihr nur Euren Namen gedruckt sehen wollt und die paar hundert Lira für Euren eigenen Stolz offenbar nicht braucht, vermiest uns mit Eurem journalistischen Hobby die Preise! Und das Niveau.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Dorte HUNEKE&lt;/p&gt;</description>
    
    
    
      </item>
    
  <item>
    <title>Tausende gegen Sozialreform</title>
    <link>http://istanbul.cafebabel.com/de/post/2008/04/02/Tausende-gegen-die-Sozialreform</link>
    <guid isPermaLink="false">urn:md5:dd70429ebae9a1fb70516f799d9b0792</guid>
    <pubDate>Wed, 02 Apr 2008 13:57:00 +0200</pubDate>
    <dc:creator>Dorte</dc:creator>
            
    <description>    &lt;p&gt;Am Montag (1. April) sind allein in Istanbul 5000 Menschen dem Aufruf der Gewerkschaften gefolgt und haben gegen den Gesetzesentwurf der Regierung zur Reform des türkischen Gesundheits- und Rentenversicherungswesens protestiert. Weitere Demonstrationen wurden für Samstag, den 6. April angekündigt.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;img src=&quot;http://farm3.static.flickr.com/2299/2382304989_1b7dd37905_m.jpg&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;In Kadıköy, auf der asiatischen Seite, versammelten sich rund 2000 Menschen. Auf der europäischen Seite, in Çağlayan, waren es sogar schätzungsweise 3000 Menschen, die vor dem Parteigebäude der regierenden AKP demonstrierten.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;em&gt;Worum geht’s?&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Das türkische Renten- und Gesundheitssystem leidet unter einer hohen Überschuldung. Um die Leistungsfähigkeit der Sozialversicherungsträger zu garantieren, muss der türkische Staat in diesem Jahr rund 30 Mrd. türkische Lira aufbringen. Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan sagt: „Wir können die Sozialreform nicht weiter aufschieben. Das derzeitige Sozialversicherungssystem ist nicht zukunftsfähig.“ Der Internationale Währungsfonds (IWF) fordert seit Jahren die von der türkischen Regierung nun dem Parlament vorgelegten Kürzungen. Die EU zeigt sich ungeduldig. Türkische Gewerkschaftsvertreter hingegen warnen vor übereilten Entscheidungen.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Der größte Stein des Anstoßes ist das Vorhaben der Regierung, das Renteneinstiegsalter von derzeit 58 (für Frauen) und 60 (für Männer) auf 65 Jahre zu erhöhen.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Tatsache ist jedoch, dass in keinem anderen Land der OECD das Rentenalter so niedrig ist wie in der Türkei. Und die türkische Bevölkerung wird tendenziell älter: Die Lebenserwartung liegt derzeit für Männer bei 75 Jahren und für Frauen bei 76.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Der Gesetzesentwurf der Regierung sieht zudem vor, dass alle sozialversicherungspflichtig Beschäftigten bei der neu gegründeten Anstalt für Soziale Sicherung kranken- und rentenversichert sind. Das klingt gut. Nach Ansicht der Gewerkschaften würden Arbeiter und Angestellte dadurch tatsächlich jedoch schlechter gestellt. Den Versicherten drohe ein Verlust ihrer in der Vergangenheit erworbenen Ansprüche.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Bemerkenswert ist außerdem, dass in der Türkei derzeit mehr als ein Drittel der Menschen über 65 Jahre über keinerlei Rentenansprüche verfügen und die Hälfte der türkischen Arbeitnehmer ohne rechtliche und soziale Absicherung im informellen Sektor arbeitet.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Geeinigt haben sich Gewerkschaftsvertreter und die türkische Regierung unterdessen darauf, dass die Zahl der für die Rentenbezüge nachzuweisenden Arbeitstage von 9000 auf 7200 reduziert wird.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Das Reformpaket der AKP-Regierung soll am 1. August 2008 in Kraft treten. Vorausgesetzt, es gibt bis dahin eine Einigung und eine funktionierende Regierung (das türkische Verfassungsgericht verhandelt derzeit über den Verbotsantrag des Generalstaatsanwalts gegen die regierende AKP und einzelne seiner Mitglieder).&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;em&gt;Was bisher geschah:&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Mitte März hatten Arbeitnehmer überall in der Türkei bereits für zwei Stunden die Arbeit niedergelegt: Von 10 bis 12 Uhr streikten Lehrer, Ärzte, Krankenschwestern, Reinigungskräfte, Busfahrer. Flugzeuge blieben in Wartestellung. Selbst einzelne Nachrichtenagenturen stoppten für eine Viertelstunde ihre Dienste beziehungsweise berichteten ausschließlich über den Streik. Es war der erste Massenstreik seit Jahrzehnten.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Dorte HUNEKE&lt;/p&gt;</description>
    
    
    
      </item>
    
  <item>
    <title>Zypern: PACE will Verhandlungen unterstützen</title>
    <link>http://istanbul.cafebabel.com/de/post/2008/03/27/Zypern%3A-PACE-will-Verhandlungen-unterstutzen</link>
    <guid isPermaLink="false">urn:md5:4344d1043fc786586a5fe990effa07d1</guid>
    <pubDate>Thu, 27 Mar 2008 08:35:00 +0100</pubDate>
    <dc:creator>Dorte</dc:creator>
            
    <description>    &lt;p&gt;&lt;img src=&quot;http://istanbul.cafebabel.com/public/istanbul/pace.jpg&quot; alt=&quot;PACE&quot; style=&quot;display:block; margin:0 auto;&quot; /&gt; Der Präsident der Parlamentarischen Versammlung des Europarates (PACE), Lluis Maria de Puig, begrüßte die Bekanntgabe des zypriotischen Präsidenten und seines zypern-türkischen Amtskollegen, die Gespräche zur Wiedervereinigung der geteilten Insel fortzusetzen.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;De Puig nannte die angekündigte Wiedereröffnung der Ledra-Straße einen hochsymbolischen Akt. „Gegenseitiges Vertrauen und Zuversicht sind entscheidend für den Erfolg der wieder aufgenommenen Versuche, den Konflikt beizulegen. Insofern kann dieser symbolische Schritt eine wichtige Rolle zur Förderung des Dialogs und der Versöhnung spielen. Die Versammlung des Europarates wird sämtliche Versuche unterstützen, die darauf zielen, die Pufferzone in Zypern von einem Symbol der Teilung in ein Symbol der Zusammenarbeit zu verwandeln. Die PACE ist bereit, die unter Federführung der UN geführten Verhandlungen zu unterstützen“, erklärte der Präsident.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Özcan TİKİT&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;(Übersetzung aus dem Englischen Dorte HUNEKE)&lt;/p&gt;</description>
    
    
    
      </item>
    
  <item>
    <title>Was man in der Türkei sagen kann</title>
    <link>http://istanbul.cafebabel.com/de/post/2008/03/19/What-can-be-said</link>
    <guid isPermaLink="false">urn:md5:cd3984714db22db245f9432893ea05ff</guid>
    <pubDate>Wed, 19 Mar 2008 12:42:00 +0100</pubDate>
    <dc:creator>Dorte</dc:creator>
            
    <description>    &lt;p&gt;Als Ausländerin in der Türkei bin ich zuweilen immer noch verwirrt darüber, was man sagen kann und was nicht. Manchmal wünsche ich mir ein Handbuch, das ich zu Rate ziehen könnte – dann wüsste ich zumindest, wann und warum ich oder jemand anderes mit seinen Worten gerade provoziert und wo die Grenzen des Sagbaren liegen (was nicht bedeutet, dass ich meinen Mund entsprechend geschlossen halten würde, aber wenigstens wäre ich vorbereitet auf die Reaktionen).&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;img src=&quot;http://www.lizzynet.de/dyn/pics/106564-106565-1-tuerkei_deutschland.jpg&quot; alt=&quot;&quot; /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Es ist noch nicht allzu lange her – und das Ereignis hat einen festen Platz in den Köpfen vieler Menschen hierzulande –, da sagte der türkische Premier Erdoğan zu einem augenscheinlich unzufriedenen anatolischen Bauern „Nimm deine Mutter und geh!“ Das war im März letzten Jahres während des Wahlkampfs. Die türkischen Bürger maßen der Beleidigung offenbar nicht allzu viel Bedeutung bei, denn sie belohnten die Regierungspartei (der momentan die Schließung droht, aber das hat ganz andere Gründe) mit einem phänomenalen Wahlergebnis. Einen anatolischen Bauern zu beleidigen, ist also offenbar keine große Sache. Eine große Sache ist es hingegen, wenn Erdoğans Worte auf einer Theaterbühne wiederholt werden – wie kürzlich in einem Theater in Trabzon. Das Stück, um das es geht, trägt den Titel „Düğün yada Davul“ (Hochzeit oder Trommeln). Die Künstler haben zudem noch einige weitere politisch brisante Zitate ins Stück eingebaut, wie „Der Premierminister hat Angst vor den Vereinigten Staaten“ und „Dies ist kein Ort zum Sitzen und Verweilen“, was türkischen Zeitungsberichten zufolge die Regierung veranlasste, eine Untersuchung gegen das Theater beziehungsweise die Produzenten des Stückes einzuleiten. Vielleicht haben Regierungsvertreter einfach nicht genug Zeit, um ins Theater zu gehen. In dem Fall sollten sie zumindest den Fachleuten Gehör schenken, zum Beispiel Nermin Karademir, Vertreter der Kunst- und Kulturvereinigung Trabzon: „Das Theater ist kein Ort, an dem hochrangige Beamte Tag und Nacht in den Himmel gelobt werden.“&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Unterdessen erreicht uns die wohltuende Nachricht, dass Elif Şafak, Autorin des Bestseller-Romans „Der Bastard von Istanbul“, die angeklagt war, wegen des Verdachts, in ihrem Roman das Türkentum beleidigt zu haben, unter den 20 nominierten Schriftstellern für den prestigeträchtigen britischen Orange Broadband Prize for Fiction ist.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Was Karademir über die Künste gesagt hat, gilt ebenfalls für die Medien: Auch dies ist nicht der Platz, an dem hochrangige Beamte Tag und Nacht in den Himmel gelobt werden sollten. Teil der journalistischen (und der künstlerischen) Profession ist es, kritisch zu sein gegenüber dem, was Menschen sagen und tun, und Sichtweisen in die Öffentlichkeit zu tragen. Es gibt allerdings einen Unterschied zwischen Kritik und der Freude, andere an den Pranger zu stellen, wobei jeder sich die weißere Weste anzieht, indem er anderen den Schwarzen Peter zuschiebt – zugegeben ein unterhaltsameres Spiel als die trockene politische Analyse, aber nüchtern betrachtet ein Armutszeugnis – für Politiker genauso wie für Journalisten.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Meine Erfahrung der vergangenen Wochen hat mir den Eindruck vermittelt (und ich kritisiere ausdrücklich die türkischen Medien für ihren Anteil daran), dass es keineswegs als unangemessen oder Beleidigung angesehen wird, wenn man eine Wildfremde mit den Worten begrüßt: „Ach, Du bist Deutsche?! Die Deutschen haben doch neulich die Häuser von Türken angezündet, nicht wahr? Es waren zehn, oder?“&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Ich habe nichts dagegen, anderen Menschen zu erklären, dass ich Brandanschläge aller Art verurteile, die gegen Menschen jedweder Nationalität verübt werden, wie übrigens die meisten meiner Landsleute (Deutsche, Türken und wen wir sonst noch so haben). Traurigerweise haben wir unter uns jedoch einige hirnlose Gestalten, die glauben, Menschen nach ihrer ethnischen Herkunft beurteilen und abstrafen zu dürfen (ich persönlich hätte nichts dagegen, die Menschen, die so denken, auszuweisen, aber das wäre wohl auch keine Lösung, und überhaupt, wer würde sie schon freiwillig aufnehmen?). Ich habe nichts gegen Türken (oder Aleviten) beziehungsweise dagegen, dass Menschen in fremden Ländern leben – die Tatsache, dass ich mich in diesem Land aufhalte, spricht für sich. Ich habe aber sehr wohl etwas gegen rassistische Meinungen und diejenigen, die diese unterstützen oder befeuern – und da spielt es keine Rolle, welcher Nationalität diese Menschen angehören. Ich finde türkische Rassisten ebenso kleingeistig wie deutsche.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Ich finde es traurig, dass ich mich für mein Deutschsein verteidigen muss (ich verurteile nicht alle Türken für die unschönen Taten, die in diesem Lande begangen worden sind, sondern nur die, die dafür verantwortlich sind oder nur im Kleinsten Verständnis oder Unterstützung dafür aufbringen).&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Es ist nicht die Schuld des gering gebildeten Inhabers eines Musikladens in Van oder der Schmuckverkäuferin in Ortaköy, die mir ihre Sorgen angesichts der „Serie von Anschlägen gegen Türken“, verübt von Deutschen, mitteilen. Die Verantwortung für solche Bilder und unbedacht geäußerte Generalvorwürfe tragen Journalisten, die türkischen Lesern den Eindruck vermitteln, „die Deutschen“ hätten etwas gegen „die Türken“ und „Die deutsche Regierung verfolgt eine bewusst ‚faschistische’ Politik gegenüber Türken* (während die deutsche Regierung einen Integrationsgipfel mit Vertretern der türkischen Community abhält). Diese groben und verallgemeinernden, zum Teil haltlosen Vorwürfe tragen nichts zur Verbesserung der Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei bei, sondern gießen Öl ins Feuer derjenigen, die mit ihren kleingeistigen Schandtaten leider, leider gute Titelgeschichten liefern.&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;
&lt;li&gt;Das Zitat stammt aus der Wirtschaftszeitung ‘Referans’ und ist die Überschrift zu Yiğit Buluts Artikel, der in der englischen Übersetzung von „Turkish Weekly“ veröffentlicht wurde, online unter http://www.turkishweekly.net/news.php?id=53516&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

&lt;p&gt;Dorte HUNEKE&lt;/p&gt;</description>
    
    
    
      </item>
    
  <item>
    <title>Demokratie, Cola-Dilemma in der Türkei</title>
    <link>http://istanbul.cafebabel.com/de/post/2008/03/17/Turkei-ist-in-Cola-Demokratie-Dilemma</link>
    <guid isPermaLink="false">urn:md5:92242994794eea06ebd6c3a08ebaf9a9</guid>
    <pubDate>Mon, 17 Mar 2008 14:54:00 +0100</pubDate>
    <dc:creator>Ozi</dc:creator>
            
    <description>    &lt;p&gt;&lt;img src=&quot;http://istanbul.cafebabel.com/public/istanbul/./.turkey_s.jpg&quot; alt=&quot;turkey.jpg&quot; style=&quot;float:left; margin: 0 1em 1em 0;&quot; /&gt;
Wieder einmal und beklagenswerterweise steht der Türkei ein kontroverser Strafprozess bevor: der türkische Generalstaatsanwalt Abdurrahman Yalcinkaya fordert ein Verbot der regierenden AKP (Partei fürGerechtigkeit und Entwicklung). Gleichzeitig läuft ein Verfahren gegen die DTP (Partei der Demokratischen Gesellschaft). Diejenigen, die erpicht auf ein Ende der AKP sind, sehnen wahrscheinlich ebenso ein Ende der DTP herbei. Die Staatsanwaltschaft beschuldigt die AKP, das Zentrum einer anti-säkularen Bewegung zu sein; der DTP wird Separatismus vorgeworfen. Hier wird also einfach mal die Schließung von zwei der insgesamt vier im türkischen Parlament (TBMM) vertretenen Parteien verlangt. Nur zu, knallt der AKP die Tür vor der Nase zu, besiegelt das Ende der DTP. Warum nicht gleich das gesamte Parlament? Ich höre die Leute schon sagen &quot;Neeein, Özcan, Du übertreibst!&quot;, doch ich bin überzeugt, die erwähnten Partei-Schließungen werden von einer arroganten
Elite in der Türkei keineswegs als übertriebene Reaktionen angesehen.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Der Coup d'État vom 12. September 1980 hat diese arroganten Eliten entstehen lassen. Ich möchte außerdem hinzufügen, dass diese anti-demokratischen Eliten sich dafür einsetzen, denjenigen, die nicht hundertprozentig dem Prototyp des türkischen Bürgers entsprechen, den Zutritt zu Moscheen, Kirchen und Synagogen zu verbieten. Der Staatsstreich der Armee brachte eine neue Verfassung hervor, die in
einer Art Copy-and-Paste-Manier innerhalb von fünf Tagen entstand und demokratische Politiker und Institutionen von der Bildfläche verschwinden ließ, Verfechter der Demokratie ins Gefängnis brachte und sich einen eigenen Himmel schuf. Es entstanden offizielle Kader mit Leuten, die sich bereit erklärten für eine ultra-nationalistische Regierung zu arbeiten, innerhalb eines säkularen, undemokratischen Rahmenwerks.
Infolge dieser Verfassung verschärfte sich die &quot;kurdische Frage&quot; und religiöse Angelegenheiten in der Türkei wurden verkompliziert. Die Putsch-Regierung verhängte harte Strafen gegen demokratische Aufständische in den 1980er Jahren und stärkte die Eliten, die sich nach dem 12. September herausformten.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Heute ist die Türkei in einem neuen Zeitalter, es ist das Zeitalter der Moderne. Nie zuvor war der Wunsch nach Demokratie in diesem Lande größer. Doch anti-demokratische Eliten, die Kinder des Putsches, machen sich angesichts dieses Wunsches große Sorgen, denn sie fürchten ihre Positionen zu verlieren. Die Eliten haben die türkische Gesellschaft seit jeher in Angst versetzt und gespalten: in nationalistische und religiöse Gruppierungen. Die Oberen des Landes haben Verwirrung zwischen den einfachen Mitgliedern der Gesellschaft gestiftet, um ihre eigene privilegierte Stellung zu genießen und sie verzögerten demokratische Reformen. Die Wahlen vom 22. Juli 2007 haben jedoch erwiesen, dass das türkische Volk keinen Lügen mehr Glauben schenkt. Die genannten Elite-Gruppen stellten sich selbst als Anhänger unseres&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Staatsgründers Mustafa Kemal Atatürk vor. Ironischerweise glauben sie das selbst bis heute. Doch wenn es um &quot;republikanische&quot; Herrschaftsformen, verhalten sie sich anders. Zum Beispiel weigerten sie sich, Wahlergebnisse zu respektieren und häufig setzen sie sich für die Schließung von Parteien ein. &quot;Der Bauer ist der wahre Herr des Volkes&quot;,
sagte Atatürk 1920 bei einem Besuch einer kleinen anatolischen Stadt.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Aus Sicht der Eliten ist ein Dorfbewohner jedoch nichts anderes als ein einfacher Diener der Eliten. Es gibt außerdem eine klare Vorstellung davon, wie ein Bürger zu sein habe. Der stereotypische Bürger der Türkei sollte ein hundertprozentiger Nationalist sein, sunnitischen Glaubens, aber nicht religiös, sondern einen säkularen Lebensstil pflegen, er sollte in Gesellschaft Alkohol trinken und als Soldat geboren werden.
Gewisse arrogante türkische Eliten haben sich an ihren speziellen Status gewöhnt, während sie in staatlichen Einrichtungen günstige Mahlzeiten einnehmen, wozu sie billiges Bier oder Cola trinken.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Unsere liebenswerten Eliten sind die unerschrockenen Verteidiger des Status Quo. Sie haben sich daran gewöhnt, die bewaffneten Gruppierungen um Hilfe zu bitten, wenn sie eine Gefahr wittern, die ihre besonderen Zuschüsse bedrohen. Im vergangenen Jahr fürchteten sie im Präsidentschaftswahlkampf ihren Einfluss zu verlieren. Nachdem sie die türkische Armee nicht zum Einschreiten bewegen konnten, griffen sie in
einem verzweifelten Versuch, ihre vorteilhafte Position zu verteidigen, zu anderen Methoden und streuten öffentlich Lügengeschichten über die Regierungspartei und veranstalteten Protestzüge in Ankara, Istanbul, Izmir und Manisa. Als sie merkten, dass ihre Taktik nicht aufging, forderten sie die Menge auf, Neuwahlen zu fordern -- die sie am Ende verloren, vom Volk abgestraft. Die AKP gewann rund 47 Prozent der Stimmen.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;http://istanbul.cafebabel.com/de/post/2008/03/17/Die säkularen türkischen Eliten&quot; title=&quot;Die säkularen türkischen Eliten&quot;&gt;Die säkularen türkischen Eliten&lt;/a&gt; haben die Wahlen und andere Kämpfe verloren. Nun greifen sie zu ihren letzten Mitteln die demokratische Zukunft der Türkei zu verhindern. Wir sollten uns jedoch fragen, ob ein billiges Bier eine Destabilisierung der Türkei wirklich wert ist.&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Özcan TİKİT&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;(Übersetzung aus dem Englischen Dorte HUNEKE)&lt;/p&gt;</description>
    
    
    
      </item>
    
  <item>
    <title>Frauentag in Van versinkt im politischen Konflikt</title>
    <link>http://istanbul.cafebabel.com/de/post/2008/03/10/Frauentag-in-Van-versinkt-im-politischen-Konflikt</link>
    <guid isPermaLink="false">urn:md5:2493b924b751a244363c2581ba391b30</guid>
    <pubDate>Mon, 10 Mar 2008 13:03:00 +0100</pubDate>
    <dc:creator>Dorte</dc:creator>
            
    <description>    &lt;p&gt;&lt;img src=&quot;http://istanbul.cafebabel.com/public/istanbul/Van_Mart08__115_.JPG&quot; alt=&quot;van 8 M&quot; /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Dorte Huneke&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Der Internationale Frauentag in Van – im östlichsten Osten der Türkei – fand zwar nicht &lt;a href=&quot;http://istanbul.cafebabel.com/de/post/2008/03/05/baslik&quot;&gt;auf Chinesisch&lt;/a&gt; statt. Wer gekommen war, um etwas über Frauen, Frauenrechte und frauenspezifische Probleme zu hören, war dennoch sprachlos. Denn bei den Versammlungen zum 8. März ging es weniger um Frauensachen als um politische Konflikte – bei denen in der Regel die Männer das Wort führen. Die DTP hatte zu einer Veranstaltung geladen. Vor der Bühne versammelten sich farbenfroh gekleidete Frauen allen Alters mit Pappschildern, auf denen „Artik yeter“ (türkisch: Es reicht!) und „Jin Jiyan Azadi“ (kurdisch: Frauen, Leben, Freiheit) geschrieben stand.
Die Frauen im Osten der Türkei haben viele gute Gründe, für ihre Rechte und Freiheiten sowie den Schutz ihres Lebens auf die Straße zu gehen: Nach wie vor werden etliche Frauen ungefragt verheiratet, für Geld verkauft, gegen andere Familienmitglieder getauscht. Viele Männer sperren ihre Ehefrauen zu Hause ein und lassen sie höchstens in männlicher Begleitung nach draußen (ein 10-jähriger Junge genügt), zahlreiche schlagen, vergewaltigen und halten ihre Frauen von der Schule fern. Etwa fünf Mal im Jahr werden allein in der Van-Region Ehrenmorde verübt. Darauf wurde an diesem 8. März bei den öffentlichen Kundgebungen leider nur am Rande eingegangen.
Die lokale Frauenorganisation VAKAD (Van Kadın Derneği), die seit 2004 vor Ort bemerkenswerte Arbeit leistet, indem sie Frauen Schutz und Unterstützung bietet, sagte ihre Veranstaltung ab und konzentriert sich auf ihre eigentliche Arbeit: in den kommenden 14 Tagen fahren die VAKAD-Mitarbeiter wieder einmal in die umliegenden Dörfer, um Aufklärungsarbeit zu leisten und mit den dort lebenden Frauen über ihre Probleme, Wünsche und Ängste zu sprechen.
Wenn Frauen geschlagen und misshandelt werden, ist es egal, an welchem Ort dieser Welt dies geschieht. Darum wird der Internationale Frauentag weltweit gefeiert – auch wenn die Geistesschwäche (Gewalt) in unterschiedlichen Regionen unterschiedliche Begründungen findet. Politische Konflikte, häufig ebenso wenig geistreich, sind ein anderes Thema.&lt;/p&gt;</description>
    
    
    
      </item>
    
  <item>
    <title>Kurden feiern den Frauentag mit Plakaten auf Chinesisch</title>
    <link>http://istanbul.cafebabel.com/de/post/2008/03/05/baslik</link>
    <guid isPermaLink="false">urn:md5:2021eb564a7d3fa8d966188b1e051195</guid>
    <pubDate>Wed, 05 Mar 2008 15:11:00 +0100</pubDate>
    <dc:creator>Ozi</dc:creator>
            
    <description>    &lt;p&gt;&lt;img src=&quot;http://istanbul.cafebabel.com/public/istanbul/./.cin_m.jpg&quot; alt=&quot;cin1&quot; style=&quot;float:left; margin: 0 1em 1em 0;&quot; /&gt;&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Cafebabel Istanbul&lt;/p&gt;


&lt;p&gt;Die im Südosten der Türkei gelegene und vornehmlich von Kurden bewohnte Stadt Diyarbakir feiert den Internationalen Frauentag auf eigene, keineswegs uninteressante Weise: Die Stadtverwaltung der kurdischen Gemeinde Yenisehir ließ für den 8. März Plakate auf Chinesisch drucken. Die Plakatwände im Innenstadtbereich informieren nun über die Feiern zum
Internationalen Frauentag in Diyarbakir auf Chinesisch. In der
Vergangenheit waren die Mitarbeiter der Stadtverwaltung Yenisehir bereits mehrfach verhört und angeklagt worden, separatistische Motive zu verfolgen, weil sie die kurdische Sprache in offiziellen Dokumenten und Anträgen verwendet hatten. Diyarbakir hat zwar keine chinesische Bevölkerung. Nach Aussage des Bürgermeisters Aid Sefik Dincer von der Demokratischen Linkspartei (DTP) geht es bei der Aktion darum, gegen das Verbot der kurdischen Sprache zu protestieren. Diyarbakir sei eine Metropole, die Sprache ist nicht so wichtig. Entscheidend sei vielmehr die zu vermittelnde Botschaft. Der Frauentag wird deshalb mit Plakaten auf Chinesisch begangen – auf denen allerdings auch die türkischen und kurdischen Übersetzungen des chinesischen Textes abgedruckt sind.&lt;/p&gt;</description>
    
    
    
      </item>
    
</channel>
</rss>
