Kurden feiern den Frauentag mit Plakaten auf Chinesisch
By Ozi on Wednesday, March 5 2008, 15:11 - Permalink

Cafebabel Istanbul
Die im Südosten der Türkei gelegene und vornehmlich von Kurden bewohnte Stadt Diyarbakir feiert den Internationalen Frauentag auf eigene, keineswegs uninteressante Weise: Die Stadtverwaltung der kurdischen Gemeinde Yenisehir ließ für den 8. März Plakate auf Chinesisch drucken. Die Plakatwände im Innenstadtbereich informieren nun über die Feiern zum Internationalen Frauentag in Diyarbakir auf Chinesisch. In der Vergangenheit waren die Mitarbeiter der Stadtverwaltung Yenisehir bereits mehrfach verhört und angeklagt worden, separatistische Motive zu verfolgen, weil sie die kurdische Sprache in offiziellen Dokumenten und Anträgen verwendet hatten. Diyarbakir hat zwar keine chinesische Bevölkerung. Nach Aussage des Bürgermeisters Aid Sefik Dincer von der Demokratischen Linkspartei (DTP) geht es bei der Aktion darum, gegen das Verbot der kurdischen Sprache zu protestieren. Diyarbakir sei eine Metropole, die Sprache ist nicht so wichtig. Entscheidend sei vielmehr die zu vermittelnde Botschaft. Der Frauentag wird deshalb mit Plakaten auf Chinesisch begangen – auf denen allerdings auch die türkischen und kurdischen Übersetzungen des chinesischen Textes abgedruckt sind.
Comments
Bitte lasst uns mal alle für eine Weile inne halten, damit uns klar wird, worum es hier eigentlich geht. Da gibt es doch tatsächlich ein Land auf diesem blauen Planeten, das es für richtig hält, etwa 20 Millionen Menschen zu verbieten, ihre eigene Sprache zu sprechen. Und nein, meine Damen und Herren, ich rede hier nicht vom kalten Mittelalter oder vom Planet der Affen. Aber das Irrsinnigste ist, dass die Regierung dieses unschuldigen Landes sich fragt, warum es Institutionen wie die PKK gibt. Wie viele Jahre Entwicklung braucht dieses Land noch? Tückisch und getürkt diese Regierung!