Cafebabel - Ort der Freiheit für die Eurogeneration
By Dorte on Friday, May 9 2008, 16:59 - Permalink
Özcan Tikit, Cafebabel Istanbul
Das World Wide Web, Internet und Web 2.0 gehören zu den entscheidenden Bauelementen des Digitalen Zeitalters. Das Internet entwickelt sich und unser Leben sowie unser Denken so schnell, dass wir manchmal gar nicht in der Lage sind, Neuerungen zu verfolgen. Obwohl ich mich bemühe, auf dem neuesten Stand zu bleiben, habe ich oft das Gefühl, dass ich bei diesen Versuchen immer wieder scheitere. Web 2.0 war für mich ein technologischer Begriff. Als ich mich in der vergangenen Woche mit einer Freundin über Soziale-Netzwerk-Seiten und Web 2.0 unterhielt, stellte ich jedoch etwas sehr interessantes fest. Ich sollte vorher vielleicht erwähnen, dass diese Freundin Soziale-Netzwerk-Seiten wie Facebook oder Bebo hasst – und ganz sicher hat er dafür seine guten Gründe. Doch darum soll es hier nicht gehen. Vielmehr geht es mir um die Frage, ob Web 2.0-Websites wie cafebabel.com zur neuen Freiheitssphäre des Dıgitalen Zeitalters werden. Ich bin ein bisschen erschrocken über die würtend erregte Reaktion meiner Freundin und war kurz davor, mich bei ihr zu entschuldigen, bis sie erklärte, sie sei bereit meine Ideen anzuhören, um herauszufinden, wie hochgradig verrückt ich tatsächlich war ...!

Ich machte das Spiel mit und fing an meine Gedanken zu erläutern. Es ist nicht allzu schwer nachzuvollziehen und nicht ganz so verrückt wie es womöglich zunächst klingt. Im Web 2.0 können Menschen ihre Meinungen äußern, wann immer ihnen danach ist – so wie ich es gerade hier tue – und darüber diskutieren. Diejenigen, die sich in ihren undemokratischen Heimatländern für Demokratie einsetzen – in Iran, Syrien und Myanmar –, sind plötzlich in der Lage, über ihre Blogs und Web-2.0-Sites ihre Mitstreiter über erfahrenes Unrecht und Misshandlungen zu informieren. Ein einziges Foto oder ein Bericht auf einer Web-2.0-Site kann Millionen von Menschen beeinflussen und zu Straßenprotesten bewegen oder dazu führen, dass Regierungen gekippt oder gefeiert werden. Die Misshandlungen, denen die buddhistischen Mönche in Myanmar ausgesetzt sind und die Reaktionen – Verurteilungen von ausländischen Regierungen – belegen die unmittelbare Bedeutung von Web-2.0-Sites für die Freiheit und Demokratie.
Ich kenne etliche iranische Blogger, die uns über ungerechte Exekutionen informieren, sie benutzen Pseudonyme auf Web 2.0-Sites, was gleichzeitig der Grund ist, weshalb Web 2.0-Sites in diesen undemokratischen Ländern gesperrt werden. Das Internet schenkt uns eine Welt ohne Grenzen. Aufgrund dieser Web 2.0-Site sind wir in der Lage, neue Freunde zu treffen, die Tausende von Kilometern entfernt leben. Es kommt auf die Nutzer an. Aus den neuen Beziehungen können Ehen oder politische Protest-Kampagnen entstehen. Ich habe bereits von Hunderten von gesellschaftlichen und politischen Kampagnen gehört, die im Internet ihren Anfang nahmen und sich zu Straßenprotesten ausformten. Und ich bin überzeugt, dass etliche Menschen dank der Web 2.0-Sites im Internet den Prinzen oder die Prinzessin ihrer Träume finden. Offenbar sind wir die Zeitzeugen einer bedeutenden historischen Ära – auch wenn wir uns dessen manchmal nicht ganz bewusst sind.
Meine Freundin Yasemin hat mir irgendwann zugestimmt. Und der Rest der Welt? Stimmt Ihr mir zu? Seht Ihr das anders? Was denkt Ihr über das Web 2.0? Sind Web 2.0-Sites wie Cafebabel ein Ort der Freiheit für die Eurogeneration? Wenn ja, sollte dies der Slogan für die internationale Cafebabel-Community sein, finde ich.
(aus dem Englischen von Dorte HUNEKE)
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